Nikotinfalle

E-Zigarette: Fluch oder Segen?

Auch wenn E-Zigaretten schon mehr als 50 Jahre erhältlich sind, haben sie doch in Europa und vor allem hier in Deutschland erst vor einigen Jahren stetig an Beliebtheit gewonnen. Im Folgenden sollen Sie einen Einblick in die Welt der E-Zigarette bekommen, deren Vor- und Nachteile und deren Nutzen kennenlernen.

Rauchen als Laster

Der Genuss von Tabak zu unterschiedlichsten Zwecken wird schon seit einigen hundert Jahren beschrieben und hat sich in dieser Zeit ebenso gewandelt wie die Art und Form des Konsums. Lange galt der Tabakkonsum weder als Sucht noch wurde über die gesundheitlichen Folgen nachgedacht. Erst über viele Jahrzehnte gelangte das Suchtpotenzial des Tabaks, und die damit einhergehenden gesundheitlichen Schäden, ans Licht.

Auch die Konsumenten werden immer jünger, so liegt Statistiken zufolge das Alter für den Erstkontakt mit Tabak in Deutschland bei ungefähr 15-16 Jahren. Rund ein Viertel der Deutschen zählen zu den Rauchern obgleich die gesundheitlichen Folgen des giftigen Tabakrauchs längst bekannt sind. Weltweit betrachtet werden jährlich knapp 6 Milliarden Zigaretten konsumiert. Auch wenn das Tabakrauchen zum Zweck des Nikotinkonsums langsam aus der Mode kommt, so sind doch ca. 15 % der Todesfälle bei Männern und 7 % der Todesfälle bei Frauen auf Tabakkonsum zurückzuführen. Das führt allein in Deutschland zu jährlichen Gesundheitskosten von rund 8,3 Milliarden Euro, die alleinig auf tabakassoziierte Krebserkrankungen zurückzuführen sind [1], [2], [3], [4].

Tabakrauchen als Sucht

Wissenschaftlich längst geklärt ist, das Nikotin – also der Inhaltsstoff der den Tabakkonsum größtenteils bedingt – die ausgeprägteste Suchtwirkung bedingt. Dies sorgt sogar dafür, dass das sogenannte Suchtgedächtnis Jahre bis hin zu Jahrzehnten anhalten kann. Der Weg aus der Sucht ist hier vor allem für stark abhängige Raucher ohne Hilfsmittel und eisernem Willen kaum schaffbar.

Denn Nikotin wirkt vor allem in den tiefen Hirnregionen, die für Stimmungsaufhellung, Beruhigung aber auch für viele kognitive Prozesse verantwortlich sind. Nicht ohne Grund argumentieren viele Raucher mit einer beruhigenden und konzentrationsfördernden Wirkung der Zigarette. Nikotin führt auch zu einer Leistungssteigerung und einer Anxiolyse (Angstverminderung). All dies Effekte lassen sich durch die Freisetzung unterschiedlichster Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn) erklären. Umso nachvollziehbarer, dass ein Ausstieg aus dem Tabakkonsum, und damit auch von der Wirkung des Nikotins kein einfaches Unterfangen darstellt [8], [9].

Gesundheitliche Folgen des Tabaks

Rauchen ist in den Industrieländern der Hauptfaktor hinsichtlich einer frühen Sterblichkeit. Die WHO beziffert die Zahl der vorzeitig an den Folgen des Rauchens gestorbenen Personen auf rund 8 Millionen. Schäden trägt beim Rauchen dabei nahezu jedes Organ davon. Im Tabakrauch sind mehr als 4.000 unterschiedlichste Substanzen enthalten, die im Zuge der Nikotinaufnahme ebenfalls über die Lunge in den Körper transportiert werden.

Da Tabakrauch über die Atemwege in die Lunge gelangt, sind es auch diese Bereiche, die einer besonders hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt sind. Durch Tabakrauch kommt es in der Lunge zu einer Verengung der Bronchien und einem dadurch bedingten verringerten Luftfluss. Ebenso werden die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) nicht nur nachhaltig geschädigt, sondern auch mit Ablagerungsprodukten belegt. All dies führt zu einer stetigen Verschlechterung der Lungenfunktion. Natürlich entfalten im Tabakrauch enthaltene, krebserregende Stoffe besonders in den Atemwegen ihre zerstörerische Wirkung [5].

Im Herz-Kreislauf-System sorgt Nikotin beispielsweise für eine Verengung der Blutgefäße. Dies führt unweigerlich zu einer Erhöhung des Blutdrucks, welcher wiederum als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall gilt. Ebenso verändern Inhaltsstoffe des Tabakrauchs die Blutfette. Infolge dessen kann es zur weiteren Begünstigung von Gefäßverschlüssen kommen, die ebenfalls zu Herzinfarkten, Schlaganfällen aber auch Thrombosen und Embolien in anderen Körperregionen führen können. Auch wird durch den Rauch des Tabaks die Insulinresistenz gefördert, was zur Entstehung von Diabetes Mellitus Typ 2 beitragen kann. Eine nicht zu unterschätzende Volkskrankheit in den Industrieländern. 

Tabakrauch betrifft jedoch nicht nur den Raucher selbst, sondern auch Personen in der näheren Umgebung. So sind Passivraucher einem bis zu 30 % höheren Risiko für koronare Herzkrankheiten ausgesetzt [6].

Was passiert im Körper nach dem Rauchstopp?

Vorweg sei gesagt, dass sich ein Rauchstopp in jedem Alter als lohnenswert herausstellt. Denn alleine bezogen auf die Lungenfunktion kann ein Stopp der Tabakrauchzufuhr bereits nach wenigen Wochen das Risiko für Atemwegserkrankungen verringern. Auch hinsichtlich der immer öfter auftretenden Lungenerkrankung COPD kann ein Rauchstopp sowohl die Wirksamkeit der COPD-Medikamente erhöhen, sowie auch den Krankheitsfortschritt deutlich verlangsamen und maßgeblich dazu beitragen gar nicht erst an COPD zu erkranken. Ist ein ehemaliger Raucher zehn Jahre rauchfrei, so sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken um bis zu 50 % im Vergleich zu einem Raucher.

Bezogen auf das Herz-Kreislauf-System kann ein Rauchstopp noch schnellere Wirkung zeigen. Hier kann bereits nach wenigen Tagen eine Blutdrucksenkung beobachtet werden. Stufenweise kann so eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erreicht werden. Nach wenigen Wochen normalisiert verbessert sich beispielsweise die Herz-Kreislauf-Funktion merklich und nach einigen Monaten nimmt auch der oft plagende Raucherhusten ab. Bereits nach fünf Jahren ohne Tabak kann ein ehemaliger Raucher so das Schlaganfallrisiko eines Nichtrauchers erreichen [5], [6].

E-Zigaretten als Weg aus der Nikotinsucht?

E-Zigaretten vereinen zwei - für Raucher, und die die es nicht mehr sein wollen – wichtige Komponenten. Einerseits das Handling und Gefühl des Rauchens und andererseits das bereits besprochene, suchtbefriedigende Nikotin. Für das authentische Raucherlebnis kommt ein Liquid zum Einsatz, das durch Hilfe von Heizspiralen verdampft und als Rauchimitat genutzt wird. Ob klassisch mit Tabakgeschmack, in verschiedenen Fruchtvariationen oder mit vielen anderen nur denkbaren Aromen können die Liquids für eine maximale Abwechslung und Individualisierung beim Konsum von E-Zigaretten sorgen [7], [9] - gute Liquids bekommst du beispielsweise bei einem Shop für E-Zigaretten

Da viele Menschen das Ziel haben langfristig rauchfrei zu werden, kommt auch der E-Zigarette als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung immer mehr Aufmerksamkeit zu. So bietet die E-Zigarette entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Tabakwaren, beispielsweise bei der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und den damit verbundenen Gesundheitsfolgen. 

Vorteile von E-Zigaretten

Der größte Unterschied zwischen E-Zigaretten und traditionellen Tabakwaren liegt wohl in den Inhaltsstoffen. So befindet sich in E-Zigaretten beispielsweise kein Teer, aber auch auf viele andere – mit Tabakwaren assoziierte - giftige Stoffe kann durch die verwendeten Liquids verzichtet werden. Durch das Ausbleiben der Tabakverbrennung stellen sich E-Zigaretten auch deutlich weniger gesundheitsschädlich als Tabakprodukte dar. Zudem sind viele Liquids auch hochgerechnet günstiger als herkömmliche Zigaretten und schonen so noch den Geldbeutel. Zusätzlich bieten E-Zigaretten nicht nur dem Anwender selbst Vorteile, sondern wirken sich auch positiv auf das Umfeld aus, denn Passivrauchen entfällt durch das Dampfen.

Ein weiterer großer Vorteil von E-Zigaretten bietet sich den Menschen, die sich von der Nikotinsucht losreißen wollen. Denn neben nikotinfreien Liquids können, kann die Dosierung des Nikotins durch den Konsum von E-Zigaretten deutlich besser gesteuert werden. Mit einem konkreten Ausstiegsplan und einem entsprechenden Mindset kann die E-Zigarette das perfekte Hilfsmittel für einen sanften, nebenwirkungsarmen und symptomfreien Ausstieg aus dem Raucherleben sein [7].

Nachteile von E-Zigaretten

Das Äquivalent zum Tabakrauch in den E-Zigaretten, also das Aerosol (bzw. der Dampf) enthält zwar wie bereits beschrieben deutlich weniger Schadstoffe als der traditionelle Tabakrauch, jedoch ist auch das Aerosol nicht frei von atemwegsschädigenden Stoffen. Dies ist eine Tatsache, die jedem Anwender klar sein sollte. Die gesündeste Alternative zum Rauchen, ist immer das Nichtrauchen. Trotz vieler Vorteile der E-Zigarette im Vergleich zu herkömmlichen Tabakprodukten, sollen folgend auch die Nachteile kurz beleuchtet werden.

Die Liquids der E-Zigaretten bestehen grundsätzlich aus zwei Stoffen: Gylcerin und Propylenglykol. Bei Erhitzung wandeln sich diese Stoffe in Stoffe wie Acetaldehyd und Formaldehyd um. Weiters finden sich im Aerosol reaktive Sauerstoffspezies (ROS), auch freie Radikale genannt, die im Körper oxidativen Stress auslösen und Zellveränderungen hervorrufen können. Bei genauerer Betrachtung der Liquids zeigt sich also, das auch hier Stoffe enthalten sind die zu kurzfristigen Atemwegserkrankungen wie Entzündungen oder beispielsweise auch einfachen Unverträglichkeitsreaktionen führen können [7].

Fazit

E-Zigaretten bieten im Vergleich zu bekannten Tabakwaren viele Vorteile, vornehmlich gesundheitlicher Natur. So haben Umsteiger, die ursprünglich Tabakwaren konsumiert haben, eine bessere Chance auch langfristig das Ziel einer Rauchfreiheit zu erreichen. Das Risiko, dass die Verbrennung von Tabak birgt, lässt sich durch E-Zigaretten komplett umgehen. Auch wenn E-Zigaretten ebenfalls gesundheitsschädliche Stoffe, wenn auch in geringerer Ausprägung enthalten, so bieten Sie die deutlich gesündere alternative zu Zigaretten und Co. Besser für die Gesundheit schneidet generell natürlich das Nichtrauchen ab, das mit der E-Zigarette jedoch auch für den ein oder anderen starken Raucher in greifbare Nähe rückt. 

Quellen

[1]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37828/umfrage/aufschluesselung-der-krankheitskosten-durch-rauchen/

[2]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/246654/umfrage/anteil-der-todesfaelle-durch-tabakkonsum-nach-geschlecht/

[3]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/717015/umfrage/zigarettenverbrauch-weltweit/

[4]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/596512/umfrage/verbreitung-des-rauchens-in-deutschland-nach-geschlecht/

[5]Fakten zum Rauchen – Rauchen und Lungenerkrankungen, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2019

https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/FzR/FzR_2019_Rauchen-und-Lungenerkrankungen.pdf

[6]Fakten zum Rauchen – Rauchen und Herz-Kreislaufsystem, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2018

https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/FzR/FzR_2018_Rauchen-und-Herz-Kreislaufsystem.pdf

[7]Tabakatlas, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2015

https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/Tabakatlas-2015-final-web-dp-small.pdf

[8]Stein EA, Pankiewicz J, Harsch HH, Cho JK, Fuller SA, Hoffmann RG et al. Nicotine-induced limbic cortical activation in the human brain: a functional MRI study. Am J Psychiatry 1998; 155: 1009–1015.

[9]Haustein KO, Groneberg D.Tabakabhängigkeit – Gesundheitliche Schäden durch das Rauchen, 2. Auflage, 2008

 

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