Nikotinfalle

Nikotinabbau + Tabelle mit beschleunigenden Maßnahmen

Zigarette wurde ausgedrückt

 

Nikotin ist ein in der Natur vorkommender Stoff, welcher in vielen Pflanzen gefunden wird, allen voran der Tabakpflanze.

 

Für viele Menschen ist dieses Nikotin nicht mehr wegzudenken. Meistens wird es mit 4800 weiterer Giftstoffe in Form einer Zigarette geraucht.

 

Dabei ist das Suchtpotenzial so hoch, dass selbst beim Wunsch, es aus dem Leben zu verbannen, oftmals getrost weiter geraucht wird.

 

Zwischen dem Aufhören und Wiederrauchen liegen meist nur wenige Tage dazwischen.

 

Eine Studie aus den USA konnte aufzeigen, dass der Erfolg maßgeblich mit dem Abbau des Nikotins zusammenhängt. Sobald sich kein Nikotin mehr im Körper befindet, ist die körperliche Sucht durchbrochen.

 

Wie lange das genau dauert und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um den Nikotinabbau zu beschleunigen, werden wir in diesem Artikel klären.

 

 

So läuft der Nikotinabbau im Körper ab

Der Nikotinabbau beginnt, sobald du den letzten Zug der Zigarette beziehungsweise E-Zigarette genommen hast.

 

Die Symptome, die mit dem Nikotinabbau einhergehen, beginnen schon nach wenigen Stunden und können bis zu mehreren Wochen andauern.

 

Normalerweise wird die erste Woche als eine der schwierigsten Phasen vom Rauchstopp empfunden. Danach klingen die körperlichen Entzugserscheinungen allmählich ab.

 

Zu den typischen “Nebenwirkungen“ des Nikotinabbaus gehören beispielsweise:

  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Konzentrationsschwäche
  • depressive Verstimmung

 

Voller Aschenbecher als Symbol für den Rauchstopp und den Nikotinabbau

Wie bereits erwähnt, ist, nachdem du kein Nikotin mehr im Körper hast, die körperliche Sucht überwunden. Das heißt jedoch nicht, dass du nun über dem Berg bist. Zusätzlich muss die psychische Abhängigkeit abgebaut werden, um auch ein rückfallsicherer Nichtraucher zu werden.

 

Abbau im Körper

Bei circa 60 Prozent der Menschen wird das Nikotin im Körper relativ schnell abgebaut. In aller Regel raucht diese Personengruppe deutlich mehr, hat bei längerer Abstinenz stärkere Entzugssymptome und ist dementsprechend stärker rückfallgefährdet.

 

Bei den verbleibenden 40 Prozent wird der suchterzeugende Stoff eher langsamer abgebaut. Dadurch, dass bei ihnen das Nikotin länger im Körper verweilt, treten Entzugssymptome meist nicht so schnell auf.

 

Warum gibt es diese Unterscheidungen überhaupt?

 

Verantwortlich für den Abbau von Nikotin ist die Niere, Lunge und Leber. Letztere übernimmt dabei den Hauptteil der Arbeit.

 

Genaugenommen hängt es von der Aktivität des Leberenzym CYP2A6 ab, wie schnell der Nikotinabbau verläuft. Das eigene Erbgut als auch die Lebensumständen haben darauf einen maßgeblichen Einfluss.

 

Wie lange nun das Nikotin im Körper verweilt, kann man somit nicht genau sagen.

 

Während bei sehr schneller Enzymaktivität das Nikotin schon innerhalb weniger Tage komplett abgebaut werden kann, dauert es bei langsamer Aktivität gerne auch mal mehrere Wochen. Von 72 Stunden bis 4 Wochen ist alles dabei.

 

Abbau im Blut

Grundsätzlich werden Bluttests ein paar Tage bis eine Woche nach der letzten Zigarette kein Nikotin mehr feststellen können. Durchschnittlich bleibt das Nikotin für mindestens 10 Stunden bis 4 Tage im Blut.

 

Das bedeutet aber nicht, dass das Nikotin vollständig aus dem Körper verschwunden ist.

 

Auch wenn die speziellen Nikotintests nichts nachweisen, können Entzugserscheinungen sehr wohl noch auftreten.

 

Abbau im Urin

Weil der Körper Zeit braucht, das Nikotin zu verarbeiten und über den Urin auszuscheiden, können Urintests bis zu 3 Wochen nach dem letzten Tabakkonsum Nikotin nachweisen.

 

Solche Urintests sind dann wichtig, wenn du diese für deine Beschäftigungsstelle oder für Versicherungszwecke unterziehen musst.

 

 

Nikotintests

Mit speziellen, medizinischen Tests können Spuren von Nikotin im Blut, Speichel, Haar, Nägeln und Urin nachgewiesen werden.

 

Doch wie genau funktionieren diese Tests?

 

Bei der Untersuchungen wird überraschenderweise nicht die Konzentration des Nikotins gemessen, sondern die Konzentration des Stoffs Cotinin.

 

Cotinin ist eines von circa 20 Abbauprodukten des Nikotins. Die Menge dieses Abbauprodukts hängt stark von der Geschwindigkeit der Nikotinaufnahme und vom Nikotinabbau ab.

 

Im Gegensatz zum Nikotin hat dieser Stoff eine 6-fach höhere Halbwertszeit, wodurch er länger nachweisbar ist. Wenn man dann die Messdaten vor sich liegen hat, kann man die Cortininmenge einfach auf die Ausgangsmenge des Nikotins zurückrechnen.

 

Mann hat ein Gespräch mit dem Arzt und will einen Nikotintest machen

Solltest du dich für einen Nikotintest interessieren, kannst du entweder eine Arztpraxis aufsuchen oder dir einen Schnelltests kaufen.

 

Letzteres trägt meist den Namen “Cotinin-Test“ oder “Cotinin (Nikotintest)“. Auf Amazon gibt es diesen für 4,90€ inkl. Versand mit 3 Teststreifen und für 11,50€ inkl. Versand mit 10 Streifen.

 

 

Maßnahmen, die den Nikotinabbau beschleunigen

Es gibt zwar keine geheime Pille, die dein Verlangen auf Zigaretten stoppen kann, doch mit diversen Lebensmitteln und bestimmten Maßnahmen wirst du einen beschleunigenden Effekt in Bezug auf den Nikotinabbau feststellen können.

 

Hier eine kleine aber übersichtliche Tabelle:

 

 

 

1. Lebensmittel mit viel Elektrolyte

Lebensmittel wie beispielsweise Wassermelone, Gurken, Äpfel, Sellerie, Tomaten, Rüben, Bohnen, Mais, Süßkartoffeln und Nüsse wie Walnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Pistazien, Sesam, Haselnüsse, Cashewnüsse, Kürbiskerne, Erdnüsse haben viel Elektrolyte.

 

Diese transportieren Nährstoffe und Wasser durch den Körper und können Schadstoffe wie beispielsweise Nikotin hervorragend ausleiten.

 

2. Saure Lebensmittel

Saure Lebensmittel wie beispielsweise die Grapefruit oder Cranberrys können dazu beitragen, den Giftstoff Nikotin aus dem Blutkreislauf schneller zu entfernen.

 

3. Ballaststoffreiche Lebensmittel

Als Raucher setzt man seinem Verdauungsapparat stark zu. Wenn die Entscheidung getroffen wird, der Raucherei ein Ende zu bereiten, erholt sich das Verdauungssystem nach und nach. Vorübergehend können kleine Störungen auftreten.

 

Um dies zu verhindern und eine gesunde Darmbewegung zu fördern, können ballaststoffreiche Lebensmittel helfen. Gemüsesorten wie Brokkoli, Chinakohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Spinat und weiteres Blattgemüse sind dabei sehr zu empfehlen.

 

Ballaststoffe sind in der Lage, sich an das Nikotin zu binden und es anschließend aus dem Körper auszuleiten.

 

4. Viel trinken

Wer viel trinkt, scheidet Nikotin und andere Giftstoffe effizient über den Urin aus. Du kannst selbstverständlich auch Kräutertees und wasserhaltiges Obst und Gemüse einbinden. Gerade Ingwer- und Süßholztee sind sehr empfehlenswert.

 

Damit können aufkommende Schmachtgefühle besänftigt und die Giftstoffe im Blut reduziert werden.

 

5. Ausreichend Schlaf

Zu wenig Schlaf bringt den Hormonhaushalt durcheinander und führt zu unkontrollierten Hungerattacken. Auch ist dadurch der Entgiftungsprozess gestört, wodurch letztlich das Nikotin länger im Körper zirkuliert.

 

6. Bewegung

Mit Bewegung kannst du nicht nur effektiv den Nikotinabbau fördern, sondern auch den Drang nach der Zigarette verringern.

 

Sportliche Betätigung setzt zudem Endorphine frei, welche dich in eine gute Stimmungslage versetzen und schmerzlindernd wirken.

 

7. Wellness

Mit einem Saunatag würdest du dir etwas Gutes tun und deinen Körper dabei unterstützen, Giftstoffe wie das Nikotin auszuschwitzen.

 

 

Wer diese Maßnahmen ergreift und vor dem Rauchstopp einige dieser gesunden Lebensmittel einkauft, unterstützt die Entgiftung und somit auch den Nikotinabbau im Körper.

 

Beeren, Obst und Nüsse lassen sich gut zwischendurch snacken und mit Blattgemüse lässt sich das ein oder andere leckere Rezept zaubern.

 

 

Fazit

Während 60% aller Menschen dazu tendieren, Nikotin im Körper schnell abzubauen, dauert es bei den restlichen 40% meist etwas länger.

 

Bei letzterer Gruppe treten die lästigen Entzugserscheinungen meist viel später und weniger intensiv auf. Jedoch hält sich bei ihnen aufgrund dieser Eigenschaft das Nikotin länger im Körper auf, wodurch sie länger körperlich abhängig sind.

 

Schere hat eine Zigarette zerschnitten

Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, mit bestimmten Lebensmitteln und diversen Maßnahmen, den Abbauprozess zu beschleunigen.

 

Eine Klarheit, wieviel Nikotin sich im Körper befindet, können Nikotintests liefern, die entweder vom Arzt oder via Selbsttests aus dem Handel durchgeführt werden können.