Nikotinfalle

Nikotinentzug - Symptome, Dauer und passende Maßnahmen

Symptome vom Nikotinentzug machen einem Mann zu schaffen, woraufhin er sich an den Kopf fasst

 

Es ist die womöglich größte Angst eines jeden aufhörwilligen Rauchers: Der Nikotinentzug.

 

Dieser macht sich meist schon wenige Stunden nach der zuvor gerauchten Zigarette bemerkbar. Dabei reichen die Symptome von Reizbarkeit über Heißhunger bis hin zu Schlafstörungen.

 

Auch wenn sich das zunächst etwas beunruhigend anhören mag, musst du keine Angst davor haben.

 

Sobald du dir mehr Wissen über das Wesen der Entzugserscheinungen aneignest, wirst du dich sowohl auf deinen kommenden Aufhörversuch besser einstellen, als auch deine Erfolgschancen maßgeblich steigern können.

 

 

Wie ein Nikotinentzug entsteht

Das in den Zigaretten enthaltene Nikotin ist die suchterzeugende Substanz beim Rauchen.

 

Sie ist es, die die Blut-Hirn-Schranke passiert und das menschliche Gehirn binnen weniger Sekunden erreicht.

 

Dort angekommen heftet sich das Nikotin an spezielle Rezeptoren, den sogenannten Sinneszellen, und bewirkt die Freisetzung von Adrenalin und Glückshormonen wie beispielsweise Serotonin und Dopamin.

 

Mann fühlt sich nach der Zigarette wohl

Das wiederum führt dazu, dass sich der Raucher kurzfristig wohl und entspannt fühlt.

 

Die Betonung liegt hierbei auf „kurzfristig“. Denn so schnell wie der Nikotinspiegel aufgefüllt wird, so zügig sackt er auch wieder ab.

 

Durch den folglich stetigen Abfall der anregenden Wirkung beziehungsweise des Glückshormon-Spiegels kommt es dann zu den unliebsamen Entzugserscheinungen, welche sich beispielsweise in Form von Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und innerer Unruhe bemerkbar machen können.

 

Dabei gilt: Je länger die letzte Zigarette zurückliegt, desto intensiver werden diese Symptome wahrgenommen.

 

Mit dem erneuten Konsum von Nikotin können diese zwar unterbunden werden, jedoch ist das nur von kurzer Dauer.

 

Studien konnten zeigen, dass es nach einer gerauchten Zigarette lediglich 20 – 30 Minuten dauert, ehe man erste Anzeichen des Entzugs bemerkt. Ab diesem Zeitpunkt steigt das Bedürfnis, sich erneut eine Zigarette anzuzünden, stetig an.

 

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb der durchschnittliche Raucher in Deutschland rund eine Schachtel à 20 Zigaretten am Tag raucht.

 

Auf der einen Seite entgeht er durch das regelmäßige Qualmen den Entzugserscheinungen, doch auf der anderen Seite verursacht das Rauchen diese ja erst. Es ist ein regelrechter Teufelskreislauf!

 

Doch es wird noch schlimmer: Mit der Zeit tritt nämlich ein Gewöhnungseffekt ein, wodurch immer größere Mengen Nikotin zugeführt werden müssen, um den gleichen Effekt zu erzielen.

 

Das liegt vor allem daran, weil im Gehirn mit fortschreitender Raucherkarriere immer mehr Rezeptoren für die Glückshormone ausgebildet werden.

 

Kettenrauchen, also das Rauchen von unüberschaubaren Mengen Zigaretten, ist nichts anderes als das Resultat einer regelmäßigen und langjährigen Suchtbefriedigung, bei der infolgedessen unzählige Rezeptoren gebildet wurden.

 

 

Dauer

Solltest du einen Aufhörversuch angehen wollen, so stellt sich natürlich recht schnell die Frage, wie lange so ein Nikotinentzug ungefähr dauern wird.

 

Am liebsten würde ich dir eine unumstrittene Zahl nennen, die auf jeden Menschen zutrifft, jedoch gestaltet sich die Antwort etwas schwieriger.

 

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass, sobald sich kein Nikotin mehr im Körper befindet, auch keine körperlichen Entzugserscheinungen mehr zu befürchten sind.

 

Die Dauer hängt somit maßgeblich davon ab, wie viel Zeit dein Organismus benötigt, um diesen Stoff vollständig zu beseitigen.

 

Untersuchungen konnten zeigen, dass 60% aller Menschen diesen schnell abbauen, wohingegen es bei den restlichen 40% eher langsam vonstattengeht.

 

Grund dafür ist die Aktivität des Leberenzyms CYP2A6, welches, je nach eigener Veranlagung, mal schneller oder langsamer arbeitet.

 

Zigaretten bilden Säulen auf einem Funktions-Verlauf, wobei die Länge immer mehr abnimmt

Wie du siehst, ist es also eine individuelle Geschichte. Um einmal etwas konkreter zu sein: Ein körperlicher Rauchentzug kann zwischen 3 und 30 Tage andauern.

 

Zwar gibt es auch diverse Lebensmittel und Maßnahmen, mit denen du deinen Nikotinabbau beschleunigen kannst, jedoch spielt das bei dem Ganzen eine eher untergeordnete Rolle.

 

Doch selbst wenn dein Körper das Nikotin nur sehr langsam abbauen sollte, habe ich eine gute Nachricht für dich: Eine merkliche Besserung stellt sich schon während der Nikotinentzugsphase ein.

 

In aller Regel werden die ersten 3 Tage als die schlimmsten wahrgenommen. Die Intensität der Entzugserscheinungen erreicht hier ihren Höhepunkt. In dieser Phase des Rauchstopps ist die Rückfallgefahr ziemlich hoch.

 

Doch solltest du es schaffen, diese kurze Zeit zu überstehen, werden die Begleiterscheinungen nach und nach abklingen. Und ab dem 7. – 10. Tag ist von ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum noch  etwas zu spüren.

 

Soviel zur körperlichen Abhängigkeit.

 

In Bezug auf die Nikotinsucht gibt es jedoch auch eine psychische Komponente, die wesentlich schwieriger zu bewältigen ist. Wie lange es genau dauern wird, hängt maßgeblich von deiner inneren Einstellung ab.

 

Diese zu bekommen, ist ein Prozess, der sich oftmals über viele Monate, wenn nicht sogar über Jahre erstreckt.

 

Viele Menschen durchlaufen erst unzählige, erfolglose Aufhörversuche, ehe sie sich die richtige Einstellung zu eigen machen. Das ist sehr schade.

 

Mit guten Fachbüchern, Online-Programmen oder Seminaren könnte man sich viele beschwerliche Aufhörversuche sparen und das Ziel viel schneller und sicherer erreichen. Und das Ganze mit der Gewissheit, dass man auch langfristig Nichtraucher bleibt.

 

Solltest du Hilfe bei deinem zukünftigen Aufhörversuch benötigen, kann ich dir unser Nichtraucher-Programm nur wärmstens ans Herz legen.

 

Hier entwickelst du ein Verständnis des Suchtmechanismus und Ablenkstrategien bei Rauchgelüsten.

 

Wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, mit der du den Absprung nicht nur schaffst, sondern auch während der anfänglichen Zeit keine Höllenqualen durchleben musst.

 

Statt Monate oder gar Jahre, die ein Mensch für die Bewältigung der psychischen Sucht benötigt, beschränken wir uns auf wenige Tage.

 

 

Symptome + Wie du diese lindern kannst

Bei der Raucherentwöhnung verhält es sich körperlich gesehen ähnlich wie bei dem Entzug von beispielsweise Alkohol und Heroin: Wird der Konsum eingestellt, dauert es nicht lange, ehe sich die ersten Entzugserscheinungen bemerkbar machen.

 

Was sie jedoch ganz klar voneinander unterscheidet ist der Schweregrad des Entzugs.

 

Frau ist fertig mit den Nerven und fragt sich wie lange die Entzugserscheinungen noch dauern

Während Alkoholiker beim Entzug über Zittern und Schwächegefühl klagen, kommt es bei Heroinjunkies nicht selten zur Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Ein Nikotinentzug ist im Gegensatz dazu deutlich milder.

 

Bei allen genannten Substanzen treten bei der Abstinenz sowohl körperliche als auch psychische Entzugserscheinungen auf.

 

Wie stark bestimmte Symptome wahrgenommen werden, kann individuell sehr verschieden sein und hängt von vielen Faktoren ab, die da wären: Dauer der eigenen Suchtkarriere, Intensität des Konsums, psychische Verfassung und Schweregrad der Abhängigkeit.

 

Körperlicher Entzug

 

1. Reizbarkeit, Frustration, Unruhe, Nervosität, Aggressivität etc.

Diese Symptome sind unter Aufhörwilligen weit verbreitet und vor allen Dingen in den ersten 3 Tagen spürbar. Hier einige Tipps, um deine innere Ruhe nicht zu verlieren:

 

  • Bewege dich! Bewegung tut nicht nur dem Körper gut und verbessert deine Stimmung, sondern beschleunigt auch den Abbau von Nikotin. Es ist auch eine sehr gute Tätigkeit, um sich mal wieder abzureagieren.

 

  • Entspannungsübungen (Yoga, Meditation, Atemübungen) helfen, um wieder die innere Ruhe zu finden. Das Tolle ist, dass du diese Übungen je nach Belieben mehrmals täglich ausführen kannst.

 

  • Trinke keinen koffeinhaltigen Kaffee oder Tee nach 16 Uhr. Stattdessen solltest du lieber auf Kräuter- oder Grüntee zugreifen.

 

  • Um Konflikte zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, Freunde, Familie und Kollegen über den Rauchstopp und die potenzielle Gereiztheit zu informieren. Entschuldige dich, sofern du in manchen Situationen überreagierst.

 

  • Vermeide Streitgespräche so gut es geht.

 

  • Staue deine Gereiztheit nicht an, sondern suche angenehme Gespräche auf oder beschäftige dich mit deinem Hobby. Das lässt dich wieder auf andere, angenehme Gedanken kommen.

 

Mann hat viele Phasen am Tag, wo er Konzentrationsprobleme hat

2. Schwierigkeiten mit der Konzentration

Mit Konzentrationsproblemen den Alltag zu bestreiten, ist vor allem in unserer hektischen und schnelllebigen Welt nicht gerade angenehm.

 

Falls du beim Nikotinentzug das Gefühl hast, einen leeren Kopf zu besitzen und dich auf nichts konzentrieren kannst, dann solltest du von den folgenden Tipps Gebrauch machen:

 

  • Gehe an die frische Luft. Unser Gehirn braucht Sauerstoff und das bekommt es am besten draußen und nicht in einem stickigen Raum. Alternativ kannst du in Innenräumen gut durchlüften und/oder Pausen am Fenster einlegen.

 

  • Treibe Sport. Dadurch verbessert sich auf lange Sicht deine Durchblutung im Gehirn und folglich auch deine Konzentration.

 

  • Wende Atem- und Entspannungstechniken an, um dein Gedankenchaos neu zu ordnen und im Allgemeinen wieder herunterzufahren. Für genaue Informationen kannst du dich im Internet schlau machen oder eine gute App downloaden.

 

  • Akzeptiere deine Konzentrationsprobleme. Sei dir bewusst, dass sie, zusammen mit der Sucht, nach und nach schwinden werden.

 

  • Überstürze dich nicht mit großen Aufgaben, sondern teile sie in kleine Zwischenetappen ein, bei denen du zwischendurch immer mal wieder kleinere Pausen einlegst.

 

3. Heißhunger und infolgedessen eine Gewichtszunahme

Nicht wenige Raucher verspüren während dem Nikotinentzug einen gesteigerten Appetit.

 

Das mag für die meisten Menschen nebensächlich sein, doch rund ein Viertel aller Menschen machen sich diesbezüglich Sorgen.

 

Es kommt die Angst auf, schnell zuzunehmen, weswegen ein Aufhörversuch oft gar nicht erst angegangen wird.

 

An dieser Stelle kann ich dich jedoch beruhigen: Rauchen aufhören ohne zuzunehmen ist sehr wohl möglich und erfordert noch nicht einmal viel Aufwand.

 

Lese dir ruhig unseren entsprechenden Blogartikel durch, um dir nützliche Tipps einzuholen und eine Gewichtszunahme erfolgreich zu vermeiden.

 

4. Müdigkeit, Abgespanntheit

Beim Nikotinentzug klagen nicht wenige über Müdigkeit und Trägheit.

 

Wende folgende Tipps an, um dieses Symptom so gut es geht zu unterdrücken:

 

  • Frau schläft tief und fest, um Müdigkeit im Alltag zu vermeiden

    Schlafe ausreichend. Vielleicht hast du während des Entzugs das Gefühl, mehr Schlaf zu benötigen. Plane zur anfänglichen rauchfreien Zeit ruhig ein wenig mehr Schlaf ein. Gönne dir, wenn es dein Alltag zulässt, auch ruhig einen Mittagsschlaf. Dadurch bist du weniger müde und unterstützt zusätzlich den Nikotinabbau.

 

  • Bei Möglichkeit das Schlafzimmer kühlen für ein erleichtertes Einschlafen.

 

  • 1 h vor dem Schlafen Licht dimmen und elektrische Geräte abstellen beziehungsweise aus dem Schlafzimmer stellen. Das beruhigt und sorgt für ein angenehmeres Einschlafen.

 

  • Bewege dich viel, um deinen Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und positive Energie zu tanken. Bestenfalls tust du dies an der frischen Luft, statt in einem stickigen Raum.

 

  • Wenn du dich in Innenräume aufhältst, kannst du öfter mal lüften und/oder Pausen an der frischen Luft machen. Das vertreibt langanhaltende Müdigkeit recht effektiv.

 

  • Vermeide übermäßige Mengen an Wachmachern wie beispielsweise Kaffee oder koffeinhaltiger Tee.

 

  • Iss gesunde und leicht verdauliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst und reduziere die Menge an schwerverdaulichen Lebensmitteln (z.B. Fleisch, fettige Speisen, Süßigkeiten). Das beugt Trägheit im Alltag vor.

 

5. Verdauungsprobleme (Verstopfung, Blähungen, Magenschmerzen)

Nikotin ist bekannt dafür, dass es die Darmbeweglichkeit erhöht beziehungsweise die Verdauung anregt, woraufhin eine Umstellung häufig von Verstopfung und Blähungen begleitet werden kann. Seltener auch von Durchfall und Magenschmerzen.

 

Gegebenenfalls wird dein Körper einige Tage brauchen, um sich mit der Veränderung zu arrangieren.

 

Hier einige Tipps, um diese Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten:

 

  • Nimm ausreichend Wasser zu dir. Dabei sind 2 – 3 Liter Flüssigkeit am Tag optimal. Mit einem lauwarmen Glas Wasser am Morgen kannst du deine Darmtätigkeit zudem positiv beeinflussen.

 

  • Nimm am Tag 30 – 40 Gramm Ballaststoffe zu dir. Das sind unverdauliche Bestandteile in der Nahrung, die überwiegend in Obst und Gemüse zu finden sind. Diese binden Wasser an sich und erhöhen das Volumen des Stuhls. Die Folge: Die Bewegung des Darms wird angeregt. Beispiele für ballaststoffreiche Lebensmittel wären: Kohl, Möhren, Vollkornprodukte, Linsen, Bohnen, Äpfel, Nüsse, Samen etc.

 

  • Treibe Sport, um deinen Stoffwechsel anzukurbeln. Das regt die Darmtätigkeit an und kommt deiner Gesundheit nur zugute.

 

Mann hält die Nikotinabstinenz auf Dauer nicht aus und nimmt sich eine Zigarette aus der Schachtel

6. Starkes Rauchverlangen

Ein weiterer unangenehmer und gleichzeitig häufig auftretender Begleiter des anfänglichen Rauchstopps ist das ständig wiederkehrende Rauchverlangen.

 

Hier einige Tipps, um dieses Symptom einzudämmen:

 

  • Bewegung verbessert durch die Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen nicht nur die Stimmung, sondern senkt auch das Rauchverlangen. Ob Joggen, Spazieren gehen oder Fußball: Es wird dir, gerade zur anfänglichen Zeit, auf jeden Fall zugute kommen.

 

  • Lenke dich mit einem guten Buch ab, putze die eigene Wohnung einmal gründlich durch, höre Musik oder gehe deinen Hobbys nach. Das lenkt dich ab und lässt das Rauchverlangen im Nu abklingen.

 

  • Mache dir die Vorteile des Rauchstopps bewusst und rufe dir in Erinnerung, weshalb du so gerne ein Nichtraucher werden möchtest.

 

7. Depression, depressive Verstimmung, Niedergeschlagenheit

Dieses eher seltene Symptom, tritt vor allem bei Menschen auf, die eine ererbte (endogene) Veranlagung zur Depression haben.

 

Durch den potenziellen Stress des Entzugs und das Ausbleiben der Gewohnten Ausschüttung von Glückshormonen kann dieses Symptom ausbrechen.

 

Wie lange die Depression dann tatsächlich anhält, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während manche Menschen 2 Wochen damit zu kämpfen haben, sind auch Fälle bekannt, in denen sie 3 Monate angedauert hat.

 

Die Depression muss nicht immer sofort ausbrechen, sondern kann auch erst Wochen nach dem Rauchstopp auftauchen.

 

Sollte dich das Ganze betreffen, kannst du Folgendes tun:

 

  • Der Rauchstopp sollte um jeden Preis erst dann angegangen werden, wenn sichergestellt ist, dass die folgenden 2 Wochen stressfrei und entspannt sind.

 

  • Das Sonnenhormon Vitamin D fördern das Wohlbefinden der Psyche. An Sonnentagen empfiehlt es sich deshalb, viel Zeit im Freien zu verbringen. An den etwas kühleren Tagen im Jahr empfiehlt es sich, Vitamin-D-Präparate einzunehmen.

 

  • Einen Arzt konsultieren. Ein Arzt kann dich fachmännisch und kompetent untersuchen sowie beraten, weshalb ein Besuch nie verkehrt sein kann. Gerade bei dem Vorhaben „Rauchstopp“ sollten keine Kosten und Mühen gescheut werden.

 

Frau hat das Rauchen aufgegeben und beklagt sich nun über Kopfschmerzen

8. Kopfschmerzen

Lange Zeit war dein Gehirn an die regelmäßige Einnahme von Nikotin gewöhnt. Nach einem Rauchstopp wird sich dieses neu ausrichten, was nicht selten zu Kopfschmerzen führt.

 

So kannst du das bedrückende Gefühl eindämmen:

 

  • Bei Flüssigkeitsmangel wird das Blut dicker, wodurch die Sauerstoffversorgung im Gehirn nachlässt. Trinke also ausreichend Wasser am Tag und meide koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Kaffee.

 

9. Schlafstörungen

Ein sehr häufiges und gleichzeitig nerviges Symptom bei einen Nikotinentzug ist das anfängliche Problem mit dem Schlafen. Das betrifft sowohl das Ein- als auch Durchschlafen.

 

Grund für dieses Problem ist die innere Unruhe, welche einen oftmals bis in die Nacht plagt.

 

Hier einige nützliche Tipps zum Anwenden:

 

  • Sorge in deinem Alltag für Entspannung. Lese zum Beispiel ein gutes Buch, höre angenehme Musik oder gönne dir mal wieder ein heißes Bad. Alles was dir guttut und entspannt, trägt maßgeblich zur positiven Schlafqualität bei.

 

  • Sport und Bewegung an der frischen Luft sorgen dafür, dass du ausgelastet bist. Wer diesen Tipp beherzigt, schläft in der Regel wesentlich besser.

 

  • Lasse aufputschende Sachen wie koffeinhaltigen Tee oder Kaffee nach 18 Uhr weg. Stattdessen bieten sich Kräutertees mit schlaffördernder Wirkung an wie zum Beispiel Baldrian und Melisse.

 

  • Kühle vor dem Zubettgehen, sofern das möglich ist, dein Schlafzimmer. Das sorgt nämlich für ein erleichtertes Einschlafen.

 

  • Dimme 1 h vor dem Schlafen dein Licht und stelle deine elektrischen Geräte aus. Dadurch wird sich die Qualität des Ein- und Durchschlafens deutlich verbessern.

 

  • Schlaftabletten in der anfänglichen Zeit bieten sich zwar gerade zu an, sind jedoch meiner Meinung nach nicht zu empfehlen. Das letzte was du willst, ist es, die Nikotinsucht gegen einen anderen suchterzeugenden Stoff einzutauschen.

 

10. Schwindel

Beim Rauchen von Zigaretten gelangen große Mengen Kohlenmonoxid ins Blut, welches die Funktion der roten Blutkörperchen stark beeinträchtigt.

 

Mann durchlebt einen Rauchentzug und spürt Nebenwirkungen wie Schwindel

Nach einem Rauchstopp werden diese repariert, woraufhin das Gehirn des Betroffenen mit zusätzlichem Sauerstoff, welches das Blut dorthin pumpt, versorgt wird.

 

Das Ganze ist ungefährlich, kann sich jedoch kurzfristig mit Schwindelgefühlen bemerkbar machen.

 

Den einzigen Tipp, den ich dir hier geben kann, ist es, abzuwarten. Diese Nebenwirkung wird sehr schnell wieder abklingen.

 

11. Husten, laufende Nase und trockener Hals

Diese genannten Symptome sind zwar nicht sonderlich angenehm, jedoch ein Zeichen dafür, dass sich dein Körper von den Giftstoffen befreit.

 

Hier ein paar nützliche Tipps:

 

  • Trinke ausreichend Wasser, um deinem Körper beim Regenerationsprozess aktiv zu unterstützen.

 

  • Optional kannst du zu natürlichen Hustentropfen wie beispielsweise Thymiankraut oder Efeublätter greifen.

 

12. Weitere Symptome

Auch die nachfolgenden Symptome können auftreten (wenn auch nur selten). Sie sind ein Zeichen dafür, dass sich der Körper regeneriert, was natürlich nicht heißen soll, dass sie bei jedem Menschen auftreten müssen.

 

Hier heißt es: Abwarten. Sie werden mit der Zeit abklingen.

 

Zu ihnen gehören:

 

  • Schwitzen (manchmal kalter Nachtschweiß)
  • Gliederschmerzen
  • Herzrasen
  • Juckreiz
  • Kribbeln in den Beinen
  • Benommenheit

 

Psychischer Entzug

Wie ich bereits erwähnt habe, sind es nicht die körperlichen Symptome, die die meisten Menschen wieder rückfällig werden lassen, sondern die psychischen.

 

Die 2 wesentlichen Bestandteile der psychischen Abhängigkeit sind zum einen die Konditionierung und zum anderen der Glaubenssatz, dass Rauchen gegen Stress helfe.

 

Lass uns diese 2 Punkte einmal genauer beleuchten:

 

Konditionierung

Frau sitzt neben ihren rauchenden Freundinnen, verzichtet jedoch selbst auf das Rauchen

Solltest du schon einmal einen Aufhörversuch unternommen haben, stimmst du mir bestimmt zu, dass es in bestimmten Situationen sehr schwer ist, auf die heißgeliebte Zigarette zu verzichten.

 

Das liegt daran, dass du mit der Zeit bestimmte Alltagssituationen zu Rauchauslösern konditioniert hast.

 

Mit der Zeit hat dein Gedächtnis gelernt, den Ort und Situation mit der Wirkung von Nikotin, der Glückshormonausschüttung sozusagen, in feste Beziehung zu setzen. Dadurch ist bei dir ein Suchtgedächtnis entstanden.

 

Solltest du wieder in eine solche konditionierte Situation geraten, geschieht der Griff zur Zigarette nahezu automatisch.

 

Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Doch je häufiger du in einer bestimmten Situation rauchst, desto stärker wird sich das in dein Suchtgedächtnis einbrennen.

 

Beispiele für konditionierte Verknüpfungen wären: Rauchen beim Kaffeetrinken, nach dem Sex, beim Telefonieren, nach dem Essen, in der Mittagspause, nach einer anstrengenden Tätigkeit usw.

 

Sich seinen persönlichen Konditionierungen bewusst zu werden und diesen dann während des Rauchstopps oft genug Widerstand zu leisten, ist der einzige Weg, um sich langsam aber sicher von ihnen zu entwöhnen.

 

Stress

Der Grund, weshalb so viele Menschen bei ihrem Nichtrauchervorhaben über kurz oder lang scheitern, ist das Gefühl, dass sie auf die stressreduzierende Eigenschaft von Nikotin verzichten müssen.

 

Niemand verzichtet gerne auf etwas. Erst recht nicht, wenn man sich davon einen gravierenden Vorteil verspricht.

 

Die einzige Möglichkeit, dieses Dilemma aus der Welt zu schaffen, besteht darin, diesen Vorteil zu hinterfragen und aus dem Leben zu verbannen.

 

Und glücklicherweise gestaltet sich das einfacher, als man vielleicht anfangs annehmen möchte.

 

Wir brauchen hier nur den Tatsachen ins Auge sehen: Rauchen baut nicht im geringsten Stress ab.

 

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist tatsächlich wahr.

 

Das einzige, wofür das Rauchen sorgt, ist eine verschlechterte Stimmung, erhöhter Herzschlag sowie Blutdruck, Unruhe und Gereiztheit.

 

Mann hatte einen Rückfall und raucht danach wie früher auch

Das Gefühl, dass du dich nach einer Zigarette entspannter fühlst, liegt einzig und allein daran, dass während des Rauchens die Entzugserscheinungen beseitigt werden.

 

Es wird sozusagen der Stress beseitigt, den das Zigarettenrauchen überhaupt erst verursacht hat.

 

Oder um es einfach auszudrücken: Ein Mensch erreicht nach dem Zigarettenkonsum das Stressniveau, das ein Nichtraucher ohnehin schon hat.

 

Und je länger die letzte Zigarette zurückliegt, desto mehr nimmt der Entzugsstress wieder zu.

 

Dass man mithilfe von Tabakprodukten besser mit Stress umgehen kann, ist somit der reinste Irrtum.

 

 

Fazit

Nach einer gerauchten Zigarette dauert es lediglich 20 - 30 Minuten ehe sich die gefürchteten Symptome eines Nikotinentzugs bemerkbar machen.

 

Zu ihnen zählen: Gereiztheit, Müdigkeit, Heißhunger, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Husten, Schwindel etc.

 

Seltener haben Menschen aufgrund des Rauchstopps auch mit depressiven Verstimmungen, Herzrasen und Kribbeln an den Beinen etc. zu kämpfen.

 

Mit den passenden Tipps aus diesem Blogartikel wirst du diese Unannehmlichkeiten aber leicht überstehen können. Es dauert durchschnittlich auch nur 7 – 10 Tage bis diese merklich abklingen.

 

Die körperlichen Anzeichen sind bei einem Nikotinentzug aber noch nicht einmal das hauptsächliche Problem.

 

Wenn du ein erfolgreicher Nichtraucher werden möchtest, der auch die Gewissheit hat, es auf alle Zeit zu bleiben, kommst du nicht drumherum, dich auch mit der psychischen Abhängigkeit und deinem individuellen Rauchverhalten auseinanderzusetzen.

 

Denn genauso wie das Rauchen im Kopf beginnt, hört es dort auch wieder auf.

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