Nikotinfalle

Nikotinvergiftung - Wie sie sich bemerkbar macht

Mann erleidet eine Nikotinvergiftung

 

Ist es nicht so, dass jeder noch so geringe Konsum von Nikotin eine kleine Vergiftung darstellt? Doch ab welcher Menge kann man offiziell von einer Nikotinvergiftung sprechen?

 

Wie äußert sich dieser Zustand? Und vor allen Dingen: Was mache ich im Falle einer solchen Situation, um das Schlimmste zu verhindern?

 

Eine Vergiftung muss nicht einmal unbedingt auf das Rauchen zurückzuführen zu sein. Es gibt einige Faktoren, die Dich, deine Familie und sogar Haustiere gefährden können.

 

Um dies zu vermeiden, ist es ratsam, die Gefahren rund um eine Nikotinvergiftung kennenzulernen.

 

 

Was ist eine Nikotinvergiftung?

Von einer Nikotinvergiftung ist dann die Rede, wenn der Körper beim Konsum von nikotinhaltigen Produkten eine toxische Reaktion hervorruft. Man spricht im Allgemeinen auch von einer Überdosierung. Je nach Schweregrad der Vergiftung, kann das sogar zum Tod führen.

 

Die tödliche Dosis von Nikotin wurde lange Zeit mit 0,8mg /kg Körpergewicht angegeben. Mittlerweise gibt es etliche Studien, die aufzeigen konnten, dass die tödliche Dosis ganze 8-16 Mal höher liegt, also bei 6,5-13mg/ kg Körpergewicht. Das entspricht bei einer erwachsenen Person mit 78 Kilogramm etwa 0,5g Nikotin.

 

Bedenke, dass bei diesen Studien von reinem Nikotin ausgegangen wird. Hochtoxische Stoffe aus dem Zigarettenrauch wurden vollkommen ausgelassen. Doch gerade sie sind es, die für die massiven Gesundheitsschäden verantwortlich sind.

 

Alter Mann zündet sich eine Zigarette an

Damit man sich ernsthaft vergiftet, muss das Nikotin zügig aufgenommen werden, da der Stoff im Körper sehr rasch abgebaut wird.

 

Das ist übrigens auch der Grund warum selbst starke Kettenraucher keine tödliche Dosis erreichen, denn schon 2 Stunden nach der Nikotinaufnahme ist die Hälfte des zugeführten Stoffs im Körper schon wieder abgebaut.

 

 

Die verschiedenen Arten

Es gibt genau 2 Arten der Intoxikation: die akute und chronische Nikotinvergiftung.

 

Akute Nikotinintoxikation

Diese Form der Vergiftung erfolgt in den allermeisten Fällen durch den oralen Konsum von Nikotin. Sie entsteht beispielsweise durch die Einnahme von Schnupftabak, Kautabak, Nikotinkaugummis und Nikotinpflaster sowie dem Verschlucken von Tabak, Zigaretten, Zigarettenstummel.

 

Diese Form des Konsums ist besonders gefährlich, da in nur kurzer Zeit eine sehr große Menge Nikotin aufgenommen wird. Solche hohen Dosen können gerade bei ungeübten Rauchern, Kindern und Tieren heftige Vergiftungserscheinungen hervorrufen und im schlimmsten Fall sogar tödlich wirken.

 

Wer Kleinkinder oder Haustiere hat, sollte unbedingt bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um sie vor einer schlimmen Intoxikation zu schützen. Sie verdienen es.

 

Kinder:

Der Rauch einer Zigarette ist gerade für den Nachwuchs unfassbar schädlich, da ihr Organismus unausgereift ist. Sie können eventuell nicht die nötigen Abwehrmechanismen entwickeln, die es bedarf, um die Giftstoffe zu eliminieren. Aus diesem Grund ist es ratsam, nicht in Räumlichkeiten zu rauchen, in denen sich auch Kinder aufhalten.

 

Doch neben dem Rauch gibt es noch weitere Gefahrenquellen, die eliminiert werden müssen damit der Nachwuchs gesund und vital bleibt. Hier sind einige Vorkehrungen, die man unbedingt treffen sollte:

 

1. Halte das Kind von weggeworfenen Zigaretten fern.

Zigarettenstummel auf der Straße

Kleinkinder können gewisse, potenzielle Gefahren nur schlecht einschätzen. Sie streifen umher und nehmen das ein oder andere in den Mund. Entweder aus reiner Neugier, oder weil sie bestimmte Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das Rauchen der Eltern, spielerisch nachahmen wollen.

 

Häufig werden dabei kleine Gegenstände verschluckt. Das kann leider auch mit Zigarettenresten geschehen, was von Ärzten und Rettungsdienste jährlich immer wieder aufs Neue erlebt wird.

 

Und seien wir mal ehrlich: Heutzutage wimmelt es da draußen nur so von Zigarettenstummeln. Vor allem in den Städten. Kein Spielplatz ist vor ihnen sicher, dementsprechend auch keine Kleinkinder.

 

2. Schütze Kinder vor den eigenen Nikotin-Produkten und Erzeugnissen

Mögliche Gefahren lauern nicht nur draußen, sondern auch im eigenen Haushalt. Nachweislich passieren dort die meisten Vergiftungsfälle. Das können die eigenen Zigaretten sein, aber auch die lecker anmutenden E-Liquid-Fläschchen.

 

Um Kinder zu schützen, ist es ratsam, den Aschenbecher außer Reichweite zu verstauen.

 

Auch verwendete Nikotinpflaster und -kaugummis solltest du nicht leichtsinnig irgendwo frei zugänglich hinlegen oder entsorgen. Sie besitzen häufig noch eine Restmenge Nikotin, die das Kind potenziell gefährden können.

 

Haustiere:

Auch dass eine Nikotinvergiftung Hund und Katze treffen kann, ist kein Geheimnis. Die Gefahr besteht darin, dass viele Haustiere den Geruch und Geschmack vom Tabak mögen, was bei vielen Sorten auf die aromatisierten Zusätze zurückzuführen ist.

 

Die benötigte Menge Nikotin, um bei Tieren eine Vergiftung hervorzurufen, ist sehr gering. Deshalb solltest du unbedingt jegliche Nikotinprodukte vor ihnen fernhalten, ebenso Aschenbecher und Zigarettenstummel.

 

Chronische Nikotinintoxikation

Diese Form der Nikotinvergiftung ist ein schleichender Prozess, der sich meist über viele Jahre erstreckt, ehe man die Anzeichen erkennt.

 

Starke und langjährige Raucher sind es, die diese chronische Intoxikation entwickeln können, was jedoch nicht heißt, dass sie auch jeder automatisch entwickeln muss. Viele der daraus entstandenen Rauch-Schäden sind nicht wieder rückgängig zu machen und der Leidensweg, den Betroffene durchleben müssen, ist sehr groß.

 

Starker Raucher erleidet Symptome einer Nikotinvergiftung und hustet

Der sicherste Weg, um der chronischen Nikotinvergiftung aus dem Weg zu gehen, ist der Rauchstopp. Auch das regelmäßige Passivrauchen ist ein möglicher Risikofaktor und sollte für immer aus dem Leben verbannt werden.

 

Du hast ein Recht auf Gesundheit und eine rauchfreie Umgebung. Nimm von diesem Recht Gebrauch!

 

 

Nikotinvergiftung Symptome

Wenn du erfahren möchtest, ob du dich vergiftet hast oder nicht, ist es wichtig die ersten Anzeichen zu erkennen. Mit diesem Wissen kannst du frühzeitig passende Maßnahmen ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.

 

Akute Vergiftung

Das Erscheinen von Symptomen einer akuten Nikotinvergiftung hängt maßgeblich davon ab, wie viel Nikotin konsumiert wurde. Hierbei werden 3 Stufen der Vergiftung angeführt:

 

Eine leichte Nikotinvergiftung erkennst du an folgenden Symptomen:

 

- leichte Übelkeit bis hin zum Erbrechen

- verstärkter Speichelfluss

- leichter Schwindel

- Zittern

- erhöhter Puls

- Kopfschmerzen

- innere Unruhe

 

Eine starke Nikotinvergiftung erkennst du an heftigeren Reaktionen deines Körpers:

 

- starke Übelkeit und Erbrechen

- kalte Schweißausbrüche

- schneller und flacher Puls

- plötzlicher Durchfall

- kalte und blasse Haut

- unkontrollierte Zuckungen

- starker Schwindel

 

Eine sehr starke Nikotinvergiftung ist lebensgefährlich. Das sind die Anzeichen:

 

- Atemlähmung

- Bewusstlosigkeit

- starke Krämpfe

- starker Blutdruckabfall

- Lähmung der Herzmuskulatur

 

Chronische Vergiftung

Dass Rauchen zu einer chronischen Vergiftung führen kann, ist nur den wenigsten bekannt. Dabei sind die Auswirkungen auf die Gesundheit verheerend. Die aufgenommen Inhaltsstoffe einer Zigarette sind nämlich in der Lage das gesamte Gefäß- und Nervensystem, sowie sämtliche Organe, anzugreifen.

 

Wer nicht rechtzeitig handelt, muss mit den schlimmen Konsequenzen der Qualmerei rechnen. Hier eine kleine Auflistung der möglichen Anzeichen einer chronischen Intoxikation:

 

1. Durchblutung

Nikotinprodukte können zu einer Verkalkung und Verstopfung der Gefäße führen. Kalte Hände und Fuße sowie blasse Haut sind hierbei die ersten Symptome, die auftreten können. Wenn diese Anzeichen auftreten, ist das Krankheitsbild, der sogenannten peripheren arteriellen Arteriosklerose (pAVK), bereits weit fortgeschritten.

 

2. Gehirn

Wissenschaftler konnten beweisen, dass sich Nikotin in den feinen Hirnvenen ablagern können, wodurch es zu einem verminderten Blutfluss kommen kann. Auch konnte bei Rauchern eine Beeinträchtigung der Gehirnfunktion in Bezug auf die Informationsweiterleitung festgestellt werden.

 

3. Magen und Darm

Raucher weisen häufiger eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) auf als Nichtraucher. Übelkeit, Schmerzempfinden und Erbrechen können unangenehme Anzeichen einer Gastritis sein. Die mögliche Folge: Geschwüre und im schlimmsten Fall Magenkrebs.

 

4. Lunge

Dieses Organ wird in besonderem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Die unzähligen Giftstoffe im Tabakrauch sorgen dafür, dass das Gewebe angegriffen wird und Entzündungsreaktionen entstehen können. Speziell der Teer lagert sich in den Lungen ab und beeinträchtigt deren Funktion, was gemeinhin auch als Raucherlunge bezeichnet wird. Solltest du darunter leiden, macht sich das meistens anhand eines lästigen Raucherhustens bemerkbar. Nicht selten leiden Raucher gleich an mehreren Erkrankungen. Chronische Bronchitis, Lungenkrebs, Lungenemphysem und COPD sind dabei nur einige wenige Beispiele.

 

5. Herz

Plastik-Herz liegt neben Zigaretten

Durch die vom Rauchen verursachte Durchblutungsstörung, wird die Herzmuskulatur schlechter mit Sauerstoff versorgt. Es kann zu Engstellen der Herzkranzgefäße führen, die wiederum einen Herzinfarkt verursachen können. Zusätzliche Herzschläge sowie ein unangenehmes Gefühl in der Herzgegend sind mögliche Anzeichen einer Herzstörung.

 

6. Geschlechtsorgane

Eine chronische Nikotinvergiftung kann sich auch negativ auf die Geschlechtsorgane auswirken. Bei Männern macht sich das in Form von Lustlosigkeit und Erektionsstörungen bemerkbar. Betroffene Frauen betrifft das aber auch. Bei ihnen kommt jedoch noch hinzu, dass sich die Nikotinvergiftung auf die inneren Geschlechtsorgane auswirken kann, was oft zur Unfruchtbarkeit führt.

 

7. Leber

Die Leber ist ein wichtiges Entgiftungsorgan, welches gerade bei Rauchern besonders hart arbeiten muss. Menschen, die bereits an einer Lebererkrankung leiden, sind in besonderem Maße gefährdet. Bei ihnen steigt das Risiko einer Leberzirrhose und Leberkrebs stark an.

 

 

Nikotinvergiftung Behandlung

Bei der akuten Nikotinvergiftung benötigt es andere Behandlungsschritte als bei einer chronischen Intoxikation. Damit du im Falle einer Vergiftung weißt, wie du dich verhalten sollst, haben wir dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für beide Arten erstellt.

 

Akute Intoxikation

 

1. Ruhe bewahren

Das mag in einer Notsituation nicht leicht sein, ist aber notwendig, um weitere Schritte in die Wege zu leiten.

 

2. Informationen, die für den Notarzt relevant sind, sammeln

Dabei sind die Antworten auf die Fragen im nächsten Punkt gemeint.

 

3. Notarzt anrufen

Hier gehen Schritt 1,2 und 3 Hand in Hand. Bewahre die Ruhe und schildere am Telefon den Notfall klar und deutlich. Das machst du, indem du dem Notarzt die Antworten auf folgende Fragen gibst:

 

- WO ist es geschehen?

- WAS ist geschehen?

- WIE VIELE sind betroffen?

- WELCHE Art von Notfall liegt vor?

 

Nachdem du diese Fragen beantwortest hast, wartest du auf Rückfragen und beantwortest diese wahrheitsgemäß. Je genauer du den Vorfall schilderst, desto schneller wird dir geholfen.

 

4. Den Betroffenen überwachen und beruhigen bis der Notarzt eintritt

Hier musst du beengende Kleidung öffnen und aufpassen, dass der Leidende nicht am Erbrochenen erstickt. Bestenfalls sollte das Erbrechen vermieden werden. Achte auf eine gute Frischluft- und Flüssigkeitszufuhr. Dies kann den Abbau vom Nikotin im Körper unterstützen.

 

5. Medizinische Aktiv-Kohle zuführen

Die Aktiv-Kohle ist in der Lage Giftstoffe im Magen zu binden und bestenfalls aus dem Körper auszuleiten. Dieser Schritt kann selbstverständlich nur ausgeführt werden, sofern Aktiv-Kohle zur Verfügung steht. Löse hierzu die Kohle in Wasser auf und verabreiche dem Betroffenen die Flüssigkeit. Falls diese Ausführung durchgeführt wird, ist darauf zu achten, dass langsam getrunken wird.

 

6. Weitere Maßnahmen werden vom Notarzt bestimmt

Er entscheidet darüber, ob eine Magenspülung und/ oder Blutwäsche vonnöten ist. Das hängt selbstverständlich von mehreren Faktoren ab, allen voran dem Schweregrad der Vergiftung. Auch ist es denkbar, dass der Betroffene bewusst zum Erbrechen gebracht werden muss.

 

Chronische Intoxikation

Die hier anzuwendenden Behandlungsschritte sind individuell verschieden. Das hängt ganz davon ab, welche Anzeichen auftreten.

 

Anders als bei der akuten Intoxikation, betrifft diese Form starke und regelmäßige Raucher, seltener auch Passivraucher. Sollte auch nur ein Krankheitsbild einer chronischen Nikotinvergiftung in Erscheinung treten, muss schnellstmöglich ärztliche Hilfe herangezogen werden.

 

Dieser kann deinen Körper untersuchen und sagen wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Ebenfalls kann er eine für dich angemessene Therapie einleiten, um deinen Gesundheitszustand zu verbessern.

 

Arzt zeigt dem Patienten sein Krankheitsbild

Doch das allein reicht nicht. Wer in diesem Stadium die bestmögliche Genesung haben möchte, der muss seinen Lebensstil drastisch ändern. Dabei sind ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung und der endgültige Rauchstopp die absoluten Grundvoraussetzungen.

 

Auch sollte der Faktor "Passivrauchen" aus deinem Leben verbannt werden.

 

 

Fazit

In diesem Blog-Artikel konntest du erfahren, welche Arten der Nikotinvergiftung es gibt, welche Symptome zu erwarten sind und was bei vorhandenen Anzeichen unternommen werden muss.

 

Eine Nikotinvergiftung zu bekommen, geht oft schneller als man meinen mag und kann sowohl Raucher als auch Nichtraucher treffen. Doch die Ursache bleibt immer dieselbe: Die Zufuhr von nikotinhaltigen Produkten.

 

Spätestens bei einer Vergiftung ist es ratsam, das Problem an der Wurzel zu packen und der Raucherei ein für alle Mal den Rücken zu kehren.

 

Mit professioneller Hilfe kann es jedem noch so starken Raucher gelingen, sich von der Zigarette zu lösen. Zwar ist dafür ein wenig Eigeninitiative erforderlich, aber das Ergebnis ist es allemal wert.

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