Nikotinfalle

Passivrauchen - So schädlich ist der indirekte Konsum

Frau muss gezwungenermaßen passivrauchen

 

Mehr als 3.000 Menschen sterben allein in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens. Wenn wir die ganze Welt in Betracht ziehen, sind es stolze 600.000.

 

Das Passivrauchen tötet Menschen somit 3x effektiver als illegale Drogen es tun.

 

Was genau Passivrauchen so gefährlich macht und was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Blogartikel.

 

 

Was ist passives Rauchen?

Von Passivrauchen ist dann die Rede, wenn Tabakrauch aus der Raumluft inhaliert wird.

 

Der Rauch selbst enthält unzählige giftige Substanzen, wovon nicht wenige nachweislich krebserregend sind.

 

Der Tabakqualm an sich besteht aus 2 Arten: Dem Nebenstrom- und dem Hauptstromrauch.

 

Ersterer entsteht während des Glimmens der Zigarette, wenn nicht an ihr gezogen wird. Dieser stellt gemeinhin die gefährlichere Form für die Gesundheit dar.

 

Der Hauptstromrauch hingegen entsteht sowohl beim Ziehen an der Zigarette, als auch beim Ausatmen des Dunstes.

 

Um das Ganze einmal in Relation zu setzen, besteht ein typischer Zigarettenrauch zu 75-80 Prozent aus dem Nebenstrom- und zu 20-25 Prozent aus dem Hauptstromrauch.

 

Der aufsteigende Zigarettenrauch enthält Teer, Blausäure, Kohlenmonoxid, Arsen, Formaldehyd und Nitrosamine, um nur wenige Giftstoffe zu nennen.

 

Generell weisen beide Formen dieselbe Vielzahl an Inhaltsstoffen auf, jedoch in unterschiedlich hoher Konzentration. Bestimmte Stoffverbindungen kommen im Nebenstromrauch bis zu 100-fach häufiger vor, darunter auch viele krebserregende Stoffe.

 

Schädlicher Passivrauch steigt auf

Das liegt daran, dass diese Form des Rauchs während des Glimmens einer weitaus niedrigeren Temperatur ausgesetzt ist und die Bestandteile nur unvollständig verbrennen.

 

Der sich ausbreitende Nebenstromrauch vermischt sich nicht mit der Umgebungsluft, wodurch sich die Schadstoffkonzentration letztlich nicht verdünnt.

 

Was den Rauch zudem so gefährlich macht, sind neben den gasförmigen Stoffen die partikelförmigen Substanzen, welche auch gemeinhin als Feinstaub bezeichnet werden.

 

Es handelt sich dabei um mikroskopisch kleine Partikel, die deshalb so schädlich sind, da sie tief in die Lunge eindringen können und sogar Schwermetalle und radioaktive Gase mittransportieren.

 

Des Weiteren finden diverse chemische Reaktionen mit diesen Partikeln in der Umgebungsluft statt, was zu neuen giftigen Stoffverbindungen führt.

 

 

Die gesundheitlichen Folgen

Dass das Rauchen der Gesundheit massiv zusetzt, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

 

Das Passivrauchen mag zwar im direkten Vergleich unschädlicher sein, jedoch darf man die Auswirkungen keinesfalls herunterspielen. Die Todesfälle, die dem indirekten Konsum zuzuschreiben sind, veranschaulichen das Gefahrenpotenzial sehr gut.

 

Einen Grenzwert für eine Konzentration von Zigarettenrauch, welche als gesundheitlich unbedenklich beziehungsweise tolerabel gilt, gibt es schlicht und ergreifend nicht. Es ist wie es ist: Tabakrauch ist für den eigenen Organismus äußerst schädlich.

 

In der westlichen Welt ist Tabakrauch übrigens die häufigste und gefährlichste Ursache von Luftverschmutzung in Innenräumen, allen voran die eigene Wohnung und das Auto.

 

Gesundheitliche Folgen im Allgemeinen

Wie bereits erwähnt sterben jedes Jahr allein in Deutschland rund 3.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

 

Rund 70% davon sind einer koronaren Herzkrankheit geschuldet, 20% erleiden einen Schlaganfall, 8% versterben an Lungenkrebs und etwa 2% trifft eine Raucherlunge (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) tödlich.

 

Das sind vor allem dann erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass es vermeidbar gewesen wäre. Es sind heutzutage viel mehr Menschen dem Passivrauchen ausgesetzt, als wir es uns vorstellen können.

 

Zwar gibt es in Deutschland die sogenannten Nichtrauchergesetze, welche tatsächlich zu einer Verbesserung des Gesamtzustands führen, jedoch können auch sie das ganze Ausmaß nicht verhindern.

 

Im Folgenden gehen wir auf die gesundheitlichen Schäden des Passivrauchens genauer ein:

 

Akute Folgereaktionen

Rauch abzubekommen führt nicht selten zu Augenbrennen und Augentränen, Kopfschmerzen, Schwindelanfällen und leichter Übelkeit.

 

Das ist nicht weiter verwunderlich, denn schließlich erleidet man durch den Kontakt mit dem giftigen Smog jedes Mal eine kleine Vergiftung.

 

Atemwegs- und Lungenerkrankungen

Gerade der Lunge und den Bronchien werden durch den giftigen Rauch stark zugesetzt. Schwellungen und Rötungen der Schleimhäute sind die Folge, woraufhin Atemwegs- und Lungenerkrankungen entstehen können.

 

Untersuchungen konnten aufzeigen, dass schon geringe Mengen indirekt aufgenommenen Rauches ausreichen, um das Entstehungsrisiko von Tumoren und Bronchialkarzinom maßgeblich zu erhöhen.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die im Tabakrauch enthaltenen Inhaltsstoffe können dafür sorgen, dass das Blut verklumpt, wodurch Herzkranzgefäße und Hirngefäße verstopfen.

 

Das wiederum kann die Denkleistung negativ beeinflussen und schlimmstenfalls zu unzähligen Herzkrankheiten führen.

 

Beispiele wären hier: Angina Pectoris, koronare Herzerkrankung (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Wie bereits erwähnt, sind es die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Passivraucher am häufigsten treffen.

 

Krebserkrankungen

Frauen, die dem regelmäßigen Dunst ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

 

Bei den fatalen Schäden, die der Lunge sowie Bronchien angerichtet werden, mag es zudem nicht verwundern, dass auch die Lungenkrebsgefahr stark zunimmt.

 

Passivrauchen schadet Kind im Auto - Vater raucht

Passivrauchen I Kind

Kinder sind in Bezug auf den giftigen Rauch besonders gefährdet, da ihre Körper bei Weitem noch nicht ausgereift sind.

 

Dadurch, dass sie in Relation zu ihrem Körpergewicht wesentlich mehr Luft einatmen als Erwachsene, nehmen sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht auch mehr Giftstoffe auf.

 

Es konnte bewiesen werden, dass Kinder von rauchenden Eltern viel häufiger unter diversen Atemwegserkrankungen leiden. Husten, Schleimauswurf und Atemnot sind dabei mögliche Anzeichen.

 

Zudem wurde festgestellt, dass sich die Lunge schlechter entwickelt, Mittelohr- und Hirnhautentzündungen begünstigt werden, sich der Blutdruck maßgeblich erhöht und Kariesbildung an den Milchzähnen gefördert wird.

 

Das klingt alles andere als beruhigend, jedoch ist das nur ein kleiner Bruchteil von dessen, was das Passivrauchen mit ihnen anstellen kann.

 

Schwindel, Rücken- und Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen könnten möglicherweise auch auftreten.

 

2009 wurde eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass Kinder aus Raucherhaushalten wesentlich häufiger Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Das Ganze zeigte sich anhand Hyperaktivität oder auch Aufmerksamkeitsdefiziten.

 

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen sollten wir demnach besonderer Beachtung zukommen lassen. Sie verdienen es, in einer rauchfreien und sauberen Umgebung aufzuwachsen.

 

Passivrauchen I Schwangerschaft

In einem anderen Blogbeitrag konnten wir die verheerenden Auswirkungen aufzeigen, welche das Rauchen in der Schwangerschaft mit sich bringt.

 

Im Gegensatz dazu wird dem Passivrauchen leider oftmals nicht die Bedeutung beigemessen, die es auch tatsächlich verdient.

 

Doch wie gefährlich ist Passivrauchen in der Schwangerschaft wirklich?

 

Nun, auch da gibt es leider keine guten Nachrichten, denn das Passivrauchen ist für das ungeborene Kind äußerst schädlich.

 

Zu den gravierendsten Folgen gehört der plötzliche Kindstod, auch SIDS genannt, wovon jährlich etwa 300 Todesfälle dem Passivrauchen zuzuschreiben sind.

 

Des Weiteren beeinträchtigt der Zigarettenrauch auch die Entwicklung des Kleinkindes: Sie sind oftmals ein wenig kleiner und schmächtiger als die Kinder, dessen Mutter keinen bis kaum Rauch abbekamen.

 

Und als wäre das nicht schon schlimm genug, kann das passive Einatmen während der Schwangerschaft dafür sorgen, dass das Baby mit einer Lungenfunktions- und/ oder Atemwegsstörung auf die Welt kommt.

 

Folgen für Haustiere

Eine Gruppe von Betroffenen wird bei der Thematik „Passivrauchen“ oftmals vergessen: Unsere Haustiere.

 

Katze sitzt neben Aschenbecher

Gerade wegen ihrem überaus ausgeprägten Geruchssinn, trifft es Hunde und Katzen besonders stark.

 

Man kann die Auswirkungen auf ihre Gesundheit mit der eines Kleinkindes vergleichen. Genau wie diese atmen sie aufgrund ihrer geringen Körpergröße enorme Mengen an Schadstoffen ein.

 

Zudem könnten sich giftige Partikel auf ihr Fell absetzen. Wenn dieses dann durch die routinierte Pflege abgeleckt wird, gelangen die krebserregende Stoffe in ihren Körper.

 

Studien konnten belegen, dass Katzen aus Raucherhaushalten häufiger an Krebsgeschwüren im Mund erkranken und generell starke Zellschäden erleiden.

 

Bei Hunden filtert die Nase einen großen Teil der Schadstoffe aus, wodurch das Gewebe stark geschädigt wird. Auch sie weisen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf, Krebserkrankungen zu bekommen.

 

Auch vor anderen Haustieren macht das Passivrauchen keinen Halt. Selbst bei kleinen Tieren wie Vögel, Fische und Meerschweinchen konnten frühzeitige Todesfälle beobachtet werden.

 

 

Maßnahmen gegen den schädlichen Rauch

Um das Schlimmste zu vermeiden, gibt es glücklicherweise etliche Maßnahmen, die du anwenden kannst. Folgende 5 Maßnahmen sollten ergriffen werden, um dich und deine Liebsten vor dem giftigen Dunst zu schützen:

 

1. Mit dem Rauchen aufhören

Das ist die wohl offensichtlichste und naheliegendste Maßnahme, um sich und seine Liebsten nachhaltig vor dem Passivrauchen zu schützen. Gleichzeitig stellt diese Option auch die effizienteste dar. Das Rauchen aufhören hat viele Vorteile. Also wage den Schritt!

 

2. Mache deine Wohnung zu einer offiziellen rauchfreien Zone

Hierbei ist es erforderlich, dass du klare Regeln aufstellst, die dein Partner, Mitbewohner und Gäste einzuhalten haben.

 

3. Mache dein Auto zu einer rauchfreien Zone

Das Rauchen im Auto stellt eine immense Gefahr dar, denn die Konzentration der Zigarettengifte ist hier besonders hoch. Diese setzen sich zudem im Fahrzeug ab und können von künftigen Beifahrern eingeatmet werden.

 

4. Meide Raucherräume

Damit sind beispielsweise die Raucherzonen in einigen Gaststätten und die Raucherhaushalte von Bekannten gemeint.

 

5. Leute bitten, auf Dich, Kinder und Haustiere Rücksicht zu nehmen

Schneide das Thema „Passivrauchen“ ruhig einmal bei Bekannten und Familie an. Gerade Personen, die auf deine Kinder oder Haustiere aufpassen, sollten darum gebeten werden, nicht in deren Anwesenheit zu rauchen.

 

 

Kleine Anmerkung:

Bedenke, dass das Rauchen auf dem Balkon oder in getrennten Räumlichkeiten nur bedingt etwas nützt.

 

Schwedische Studien konnten aufzeigen, dass Kinder von rauchenden Eltern, die nicht in der Wohnung oder im Auto rauchen, überdurchschnittlich hohe Mengen an Nikotin im Blut aufweisen.

 

Das ist darin begründet, dass bei rauchenden Eltern giftige Partikel an Kleidung und Haaren haften bleiben, welche schlussendlich mit ins Haus verschleppt werden.

 

 

Frau zeigt ein Rauchverbotsschild und sagt aus, dass das Passivrauchen Schwangerschaft und Kind schadet

Fazit

Wie du sehen kannst, ist das passive Rauchen alles andere als eine harmlose Angelegenheit. Während der giftige Dunst die Luft verpestet, schwächt er zudem den eigenen Organismus. Gerade für schwangere Frauen, Kinder und Haustiere stellt der Zigarettenrauch eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

 

Ob akute Folgereaktionen, Lungen- und Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs: Die Auswirkungen auf die eigene Gesundheit sind äußerst vielfältig und grausam.

 

Wenn du dich, deine Familie, Freunde und Haustiere vor dem Passivrauchen schützen möchtest, hast du glücklicherweise verschiedene Optionen zur Verfügung, um das zu bewerkstelligen.

 

Um einen Rauchstopp wirst du dabei jedoch nicht drumherum kommen. Nur auf diese Weise kannst du dir sicher sein, dass du nicht an möglichen Erkrankungen beiträgst.

 

Online-Programme, Bücher oder Seminare könnten dich bei diesem Vorhaben tatkräftig unterstützen.

 

Sei ein Vorbild und gehe mit gutem Beispiel voran. Wage den Schritt in ein suchtfreies und selbstbestimmtes Leben!