Nikotinfalle

Rauchen in der Schwangerschaft - Die schrecklichen Folgen

Frau raucht in der Schwangerschaft

 

Die eigene Schwangerschaft. Ein Weckruf für viele werdende Mütter, endlich mit der Raucherei aufzuhören.

 

Glücklicherweise gelingt dies auch den meisten.

 

Doch 10% aller Frauen schaffen den Rauchstopp nicht. Sie rauchen zu Ungunsten des heranwachsenden Babys weiter.

 

Das tun sie nicht etwa deshalb, weil ihnen die Risiken nicht bekannt sind, sondern weil sie zu sehr in der Nikotinsucht gefangen sind, als dass sie den Absprung aus eigener Kraft schaffen.

 

Was das Rauchen in der Schwangerschaft so gefährlich macht und welche Maßnahmen unbedingt ergriffen werden müssen, erfährst du in diesem Artikel.

 

 

Warum es so schädlich ist

Bei einer gesunden schwangeren Frau bietet der eigene Körper dem ungeborenen Baby Schutz und versorgt es mit allen wichtigen Nährstoffen, die für die Entwicklung notwendig sind.

 

Dies geschieht über die Nabelschnur, die mit dem Kreislauf der Mutter verbunden ist.

 

Raucherbaby an der Nabelschnur

Bei rauchenden Mamas hingegen gleicht der Körper mehr einer Falle, als dass es das Baby schützt.

 

Jedes Mal wenn die Mutter an einer Zigarette zieht, raucht das Baby automatisch mit, da die Nabelschnur keine schlechten Stoffe filtert.

 

Gerade weil sich die Organe noch entwickeln müssen und der Körper noch nicht ausgereift ist, reagiert das Ungeborene überaus empfindlich auf die 4800 schädlichen Substanzen des Zigarettenrauchs.

 

4D-Ulrtraschallbilder konnten zeigen, dass bei rauchenden Müttern das Ungeborene regelrecht rebelliert.

 

Im Gegensatz zur rauchfreien Schwangerschaft, wo das Baby friedlich schläft, fasst sich das Raucherbaby ungewöhnlich oft an das Gesicht und bewegt ständig den Mund.

 

 

Doch das ist nicht alles. Das Inhalieren von Zigaretten kann zudem zu Durchblutungsstörungen in der Plazenta führen, wodurch der Fötus schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

 

Der Grund: Das im Tabakrauch vorkommende Kohlenmonoxid verdrängt den Sauerstoff und das Nikotin verengt die Gefäße.

 

Des Weiteren nimmt das Baby große Mengen an Kadmium auf. Dieses gesundheitsgefährdende Schwermetall ist deshalb so gefährlich, da es zu Störungen der Nierenfunktion führen kann und das Krebsrisiko stark erhöht.

 

 

Gesundheitliche Folgen

Die Schäden, die durch das bewusste oder passive Rauchen in der Schwangerschaft entstehen, werden auch als “fetales Tabaksyndrom“ bezeichnet.

 

Im Folgenden siehst du, welche gesundheitlichen Auswirkungen das auf die Mutter und dem Kind haben kann:

 

Mutter

Zunächst einmal lässt sich sagen, dass eine schwangere Frau beim Rauchen die gleichen gesundheitlichen Risiken in Kauf nimmt wie “nichtschwangere“ Personen.

 

Dazu zählen beispielsweise ein erhöhtes Risiko auf einen Herzinfarkt, Herz-Kreislaufprobleme, Schlaganfall, erhöhtes Krebsrisiko, ein hoher Blutdruck und diverse Lungenerkrankungen.

 

Bei Schwangeren kommt noch ein erhöhtes Risiko auf Thrombose und Diabetes hinzu.

 

Da sich bei werdenden Müttern der Druck aufs Zwerchfell von Natur aus erhöht, verringert sich zeitgleich auch das Lungenvolumen. Wer noch zusätzlich raucht, wird der Atmung somit alles andere als einen Gefallen tun.

 

Rauchen kann zudem noch die Verfügbarkeit von Vitaminen wie Vitamin D, Vitamin B6, B12 und Beta-Carotin verringern, was, wenn der Bedarf nicht gedeckt wird, verheerende Folgen für die Mutter als auch Baby haben kann.

 

Raucherbabys

Das Rauchen während der Schwangerschaft kann die körperliche und psychische Entwicklung des Kindes stark beeinträchtigen. 

 

Hier eine kleine Auflistung der gesundheitlichen Folgen: 

 

Raucherbaby weint - Folge vom Rauchen in der Schwangerschaft

Raucherbabys…

  • ... weisen manchmal ein geringeres Geburtsgewicht auf. Babys, dessen Mutter während der Schwangerschaft täglich 10 oder mehr Zigaretten geraucht haben, kommen nicht selten mit 200-300 Gramm weniger auf die Welt. Zudem ist deren Kopfumfang meist wesentlich kleiner.

 

  • ... haben ein erhöhtes Risiko, dass sie eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte (Lippenspalte) entwickeln. Das ist eine angeborene Fehlbildung zwischen Lippe und Nase.

 

  • … können einen schnelleren Herzschlag haben.

 

  • ... haben eine doppelt so hohe Chance auf Konzentrations- und Sprachstörungen.

 

  • … können einen angeborenen Herzfehler haben.

 

  • ... haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, mit einer Missbildung auf die Welt zu kommen. Eine Fehlbildung der Organe und Gliedmaßen entwickelt sich meist schon in der Embryonalphase. Diese findet in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft statt. Leider wissen einige rauchende Frauen zu Beginn dieser Phase nicht, dass sie schwanger sind und rauchen ohne Bedenken ihre Zigaretten.

 

  • ... kommen manchmal verfrüht oder gar tot auf die Welt. Das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg ist der Auffassung, dass circa jede vierte Totgeburt vermieden werden könnte, sofern bis zur 16. Schwangerschaftswoche der Raucherei den Rücken gekehrt wird.

 

  • ... haben ein 3-faches Risiko auf eine Verhaltensstörung (z.B. ADHS, Hyperaktivität, Anpassungs- und Lernschwierigkeiten, aggressives Verhalten,).

 

  • ... kommen doppelt so häufig geistig zurückgeblieben auf die Welt und haben einen weitaus geringeren IQ.

 

  • ... könnten ein beschädigtes Erbgut aufweisen (Ursache dafür sind Nitrosamine, also krebserregende Stoffe aus dem Tabak).

 

  • ... kommen manchmal mit einer unterentwickelten Lunge auf die Welt.

 

  • ... können nach der Geburt Symptome von Entzugserscheinungen zeigen. Das macht sich bemerkbar durch Nervosität, leichte Erregbarkeit, Zitteranfälle, zu hohem Blutdruck und Störungen des Magen-Darm-Trakts. Diese Anzeichen können gerne mal einige Tage andauern.

 

Langzeitfolgen für Raucherbabys

Wie du sehen kannst, ist die Liste der möglichen Folgen sehr lang und kann beim Durchlesen regelrecht wehtun. Leider war das noch nicht alles.

 

Es können nämlich auch Folgekrankheiten auftreten, die erst mit dem Heranwachsen des Kindes sichtbar werden, die da wären:

 

1. Plötzlicher Kindstod (auch SIDS genannt, englisch: Sudden Infant Death Syndrome)

Dieses Syndrom kann bereits bei geringem Tabakkonsum auftreten. Es konnte herausgestellt werden, dass Kinder von Müttern, die während ihrer Schwangerschaft mindestens 10 Zigaretten täglich geraucht haben, eine 7-fach höhere Chance aufweisen.

 

2. Allgemeine Wachstums- und Entwicklungsstörungen

Jungs sind hier etwas häufiger betroffen als Mädchen.

 

3. Erhöhtes Risiko auf Stoffwechselerkrankungen

Dazu zählen beispielsweise Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislaufprobleme. Dieses Phänomen tritt manchmal erst im Erwachsenenalter auf.

 

4. Gesteigerte Anfälligkeit

Raucherkinder sind anfälliger für Asthma, Allergien und Ekzeme. Das Risiko ist im Verhältnis zu einem “Nichtraucherkind“ etwa 2-5 Mal höher.

 

Des Weiteren können heranwachsende Raucherkinder auch anfälliger für Infektionskrankheiten, Unfruchtbarkeit, Mittelohrentzündungen und Übergewicht sein.

 

5. Gesteigertes Suchtpotenzial

Schwangere steckt sich Zigarette an den Bauchnabel

Dadurch, dass die heranwachsenden Babys im Mutterleib bereits mit Nikotin in Kontakt gekommen sind, haben sich bei ihnen vermehrt Nikotinrezeptoren gebildet.

 

Das macht sie zwar noch lange nicht zu Nikotinabhängigen, doch sollte das Rauchen im Teenageralter einmal ausprobiert werden, macht sie das wesentlich anfälliger für eine Suchtentwicklung.

 

6. Erhöhtes Krebsrisiko

Sollte die Mutter während der Schwangerschaft 10 oder mehr Zigaretten geraucht haben, so ist die Chance, dass das Kind an Leukämie erkrankt, um etwa 50% größer.

 

Auch Nieren- und Blasenkrebs sind häufig zu beobachten. Allen Anschein nach sind diese 2 Organe dem Tabakrauch während der Entwicklungsphase des Embryos ganz besonders schutzlos ausgeliefert.

 

Ein weiteres Risiko ist es, an Nasenkrebs zu erkranken, wobei noch nicht zu 100% geklärt werden konnte, ob das nicht doch eher auf das Passivrauchen in der Kindheit zurückzuführen sei.

 

Und zu guter Letzt: Lungenkrebs. Hier wurde ein 1,7-faches Erkrankungsrisiko festgestellt.

 

 

Rauchen nach der Schwangerschaft

Als ich das gehört habe, konnte ich das zunächst nicht glauben, doch ganze 2 von 3 Frauen, die es geschafft haben, in der Schwangerschaft mit Rauchen aufzuhören, sind später wieder der Zigarette verfallen.

 

Das geschieht nicht immer direkt nach der Geburt, sondern in einigen Fällen auch erst ein Jahr später. Doch verblüffend ist dieses Phänomen allemal.

 

Das zeigt, wie stark die Nikotinsucht doch tatsächlich ist und dass selbst nach so langer Abstinenz die Gefahr besteht, rückfällig zu werden.

 

Werdende Mütter sollten unbedingt beachten, dass selbst nach der Geburt die Gefahr besteht, seinem Kind zu schaden. Damit meine ich in erster Linie die Stillzeit.

 

Sollte während dieser Zeit geraucht werden, gelangen Giftstoffe wie beispielsweise Nikotin in die Muttermilch. Da das Nikotin fettlöslich ist, kann sich das Nikotin 3 Mal so gut in der Milch lösen als im Blut. Und sowas kommt dem Baby gewiss nicht zugute.

 

Experten auf dem Gebiet, begrüßen das Rauchen während der Stillzeit zwar nicht, sind jedoch der Auffassung, dass es allemal besser ist, das Baby mit der nikotinhaltigen Milch zu stillen, als es nicht zu tun.

 

Solltest du vor dem Dilemma mit der Milch stehen, rate ich dir einen Arzt aufzusuchen, mit dem du das Ganze in aller Ausführlichkeit abklären kannst.

 

 

Maßnahmen

Mit Drohungen, Belehrungen, Schockbildern und Information über den verheerenden Tabakkonsum ist keiner Frau geholfen. Das schürt nur Ängste sowie Stress und lässt einen schneller zur Zigarette greifen, als man gucken kann.

 

Halte die nachfolgenden Punkte ein und du schaffst die besten Bedingungen für dich, dem Baby und deinem Umfeld:

 

1. Rauchen aufhören

Frau kreuzt 2 Zigaretten - Symbol für den Rauchstopp

Um deinem Baby das Leben zu ermöglichen, dass es verdient, ist es deine mütterliche Pflicht, das Rauchen an den Nagel zu hängen. Bestenfalls für immer.

 

Durch die schwangerschaftsbedingte Übelkeit und der Hormonumstellung, vergeht die Lust aufs Rauchen zwar ohnehin schon, doch ein Garant für den rückfallsicheren Rauchstopp sind sie keineswegs.

 

Wenn du denkst, dass deine Sucht zu groß ist und deshalb in Erwägung ziehst, auf Ersatzprodukte wie Nikotinpflaster, Medikamente oder E-Zigaretten umzusteigen, muss ich dir leider sagen, dass das der falsche Weg ist.

 

Schwangere Frauen sind besser damit beraten, einen langfristigen Rauchstopp anzustreben, der nicht nur die körperliche, sondern auch psychische Sucht eliminiert.

 

Seminare und bewährte Kurse könnten dir auf diesem Wege behilflich sein.

 

2. Meide das Passivrauchen

Passivrauchen wird fälschlicherweise von vielen Menschen heruntergespielt. Gerade in der Schwangerschaft solltest du darauf achten, keinen Tabakrauch abzubekommen.

 

Auch auf Kleidung, Möbel, Haaren, im Auto etc. können sich Schadstoffe absetzen, die zur potenziellen Gefahr werden können.

 

Für ausführlichere Informationen kannst du dir gerne den Blogartikel über Passivrauchen durchlesen.

 

3. Unterstützung vom Partner einholen

Männer können ihre Partnerin dahingehend unterstützen, als dass sie selbst aufhören zu rauchen.

 

Untersuchungen zeigten nämlich, dass Frauen mit rauchendem Partner wesentlich häufiger zu einem Rückfall neigen.

 

Ein Mann kann mit einem Rauchstopp also sehr wohl zum Allgemeinwohl der Familie beitragen.

 

Auch würde er als Nichtraucher keine Schadstoffpartikel an seiner Kleidung ansammeln, die in die Wohnung verschleppt werden könnten.

 

4. Mehr Fruchtbarkeit durch Rauchstopp

Frauen, die einen Kinderwunsch haben und schwanger werden wollen, sollten schon vor der Schwangerschaft beschließen, endlich Nichtraucherin zu werden.

 

Rauchende Frauen haben nämlich häufigere Zyklusstörungen und eine Minderdurchblutung, was sich äußerst negativ auf die eigenen Fortpflanzungsorgane auswirken kann.

 

PS: Auch Männer sollten aufhören, denn während sich dadurch die Spermienqualität verbessert, erhöht sich zudem auch die Anzahl der Spermien.

 

Mythos „Sofortiger Rauchstopp ist gefährlich“

Vielleicht hast du schon einmal von diesem Gerücht gehört. Lass mich dir aber eines dazu sagen: Das ist ein riesengroßer Schwachsinn!

 

Lange Zeit hat man geglaubt, dass das Kind bei der abrupten Raucherentwöhnung einen gefährlichen Nikotinentzug durchleben muss. Das Gegenteil ist der Fall: Je früher du mit dem Rauchen aufhörst, desto besser ist dies für dich und dein Baby.

 

Du solltest auch nicht auf den Gedanken kommen, den Konsum zu reduzieren. Es gibt schlicht und einfach keinen vertretbare Menge von diesem Gift.

 

Jede einzelne Zigarette richtet schrecklichen Schaden an, weswegen ein endgültiger Rauchstopp die einzige konsequente Lösung darstellt.

 

 

Fazit

Schwanger sein und getrost weiterrauchen ist ein absolutes No-Go.

 

Das Ungeborene hat den bestmöglichen Start ins Leben verdient. Und das geht eben nur mit einer Mutter, die den Entschluss fasst, während der Schwangerschaft, das Rauchen sein zu lassen.

 

Kind will Elternteil vom Rauchen abhalten

Die meisten Frauen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und schaffen es auch. Dabei dient der kleine Säugling im Bauch als stärkste Motivation, das Vorhaben auch erfolgreich in die Tat umzusetzen.

 

Im Gegensatz dazu gibt es die Gruppe von Frauen, die den Rauchstopp leider nicht so ohne Weiteres schafft. Sie werden nicht selten niedergemacht und als verantwortungslose Mütter betitelt.

 

Meiner Meinung nach ist dieser Ansatz komplett fehl am Platz, denn Beleidigungen und Drohungen sind nicht sonderlich zielführend.

 

Anstatt sich auf diese Negativität zu konzentrieren, sollte vielmehr nach einer Lösung gesucht werden, die diesen Frauen auch tatsächlich helfen kann.

 

Ich kann allen Frauen, die sich mit dem Aufhören schwertun, Raucherentwöhnungskurse und bewährte Online-Programme nur wärmstens ans Herz legen.

 

Du setzt dich dabei aktiv mit deinem Suchtverhalten auseinander, entwickelst erfolgversprechende Strategien und ersparst dir dabei unzählige Fehlschläge.

 

Gerade in der Schwangerschaft sollte man sich Hilfe von außen holen und nichts mehr dem Zufall überlassen.

 

Denn eines steht fest: Ein Rückfall ist nun keine private Angelegenheit mehr.

* = Affiliatelinks/Werbelinks