Nikotinfalle

Raucherentwöhnung durch Hypnose - Kann das funktionieren?

Frau sitzt auf Behandlungstisch und probiert eine Raucherentwöhnung durch Hypnose

 

Die Hypnose erfreut sich in unserer Gesellschaft immer größerer Beliebtheit. Da mit dieser Behandlungsform schon etliche Krankheiten geheilt werden konnten, stellt sich natürlich die Frage, ob sie auch bei der lästigen Nikotinsucht aushelfen kann.

 

 

Die Idee hinter der Hypnose zur Raucherentwöhnung

Die Hypnose ist eine Praktik, die schon seit mehreren Jahrtausenden angewandt wird. Entgegen vieler Gerüchte handelt es sich hier um keinen Hokus Pokus, sondern um eine wissenschaftlich anerkannte medizinische Behandlung.

 

Bei der Hypnose wird der Klient in eine Art Trance versetzt, ein Zustand zwischen Wachsein und Schlafen. Du kannst dir das wie einen Halbschlaf vorstellen: Man ist dabei nicht völlig weg, sondern kann seine Umgebung sehr wohl noch wahrnehmen.

 

In diesem Zustand wird dem Hypnotiseur dein Unterbewusstsein zugänglich gemacht, was ihm erlaubt, das Suchtmuster zu lokalisieren. Sein Ziel ist es, positive Emotionen und Überzeugungen, die mit der Nikotinsucht zusammenhängen, aufzulösen und durch neue Glaubensmuster zu ersetzen.

 

Auf diese Weise werden Situationen, die einst immer mit einer Zigarette gekoppelt waren, korrigiert und die Sucht effektiv überwunden.

 

Im besten Fall werden sich Rituale wie die Zigarette nach dem Kaffee oder nach dem Essen, das Rauchen in der Mittagspause und die Assoziation von Zigaretten mit Freiheit einfach in Luft auflösen. Das Verlangen wird schlicht und einfach nicht mehr vorhanden sein.

 

Eine erfolgreiche Hypnose gegen das Rauchen kann im Übrigen auch zusätzlichen Einfluss auf dein Essverhalten ausüben, wodurch du während des Rauchstopps keine zusätzlichen Kilos zu fürchten brauchst.

 

 

Ablauf

Die meisten Therapeuten, die die Hypnose betreiben, halten mehrere Sitzungen ab, wovon eine in etwa 45-60 Minuten dauert. Es gibt jedoch auch welche, die eine sogenannte „One-Stop-Sitzung“ bevorzugen, also eine einzige Sitzung, die mehrere Stunden in Anspruch nimmt.

 

Vorgespräch:

Im Vorgespräch werden deine wahren Beweggründe für das Aufhören und die wahre Motivation deines Vorhabens ergründet.

 

Therapeut und Klient unterhalten sich über die Rauchfrei-Hypnose

Da man mit der Hypnose auch viel Schaden anrichten kann, muss vorerst abgeklärt werden, ob diverse Erkrankungen vorliegen und ob sich der Patient in einer körperlich und psychisch guten Verfassung befindet.

 

Ein weiterer Bestandteil des Vorgesprächs ist die sogenannte Anamnese, also die Vorgeschichte deiner Suchterkrankung. Dadurch ist es dem Therapeuten möglich, die Behandlungsmethode gezielt an deine Bedürfnisse anzupassen und im Vorfeld eine passende Art des Trancezustands auszuwählen.

 

Des Weiteren bekommst du im Gespräch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und erhältst diverse Information zu den Kosten, was genau du bei der Hypnose zu erwarten hast und weshalb die Hypnose in Bezug auf eine Raucherentwöhnung so effizient ist.

 

Erste Sitzung:

Die erste Sitzung ist dafür gedacht, Blockaden vom Unterbewusstsein zu lösen. Viele Klienten sind oftmals erstaunt, dass es tatsächlich funktioniert. Sie fühlen sich hinterher leichter, ausgeglichener und frei von bedrückenden Gedanken.

 

Weitere Sitzungen:

Hier findet die eigentliche Hypnose statt. Um besser in Trance zu gelangen, wird empfohlen, die Augen zu schließen. Während der Behandlung spricht der Therapeut mit ruhiger Stimme zu dir.

 

Er nimmt von Bildern und Geschichten Gebrauch und lässt dich in Momente hineinversetzen, an denen du noch Nichtraucher warst. Stück für Stück werden sowohl innere als auch äußere Blockaden aus dem Weg geräumt.

 

Je nach Individuum können auch unangenehme Erinnerungen hochkommen. Das ist keinesfalls als negativ anzusehen, sondern ein begrüßenswerter Prozess, der es dir erlaubt, belastende Ereignisse zu verarbeiten.

 

Durch die aufkommende Erinnerungen kann der Therapeut tiefgreifende psychische Ursachen zielgerichtet umprogrammieren. Bestenfalls wird dadurch dein Rauchverlangen abklingen und die Qualmerei als absurd erscheinen.

 

Während diesem Prozess wird das Rauchen jedoch keineswegs als ekelhaft dargestellt. Es wird vielmehr erörtert, wie du das Gefühl nach einer angezündeten Zigarette auch anderweitig bekommst.

 

Diese Anschauung der Nikotinsucht ist wesentlich effektiver und erfolgversprechender als die alleinige Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Folgen.

 

Der Verlauf der Hypnose beginnt mit einer sanften Einleitung und wird auch wieder sanft beendet. Klienten fühlen sich während einer Hypnose oftmals schläfrig, sind jedoch im gleichen Atemzug konzentriert, aufmerksam und fühlen sich wohl und entspannt.

 

Beim Ausleiten stabilisieren sich Blutdruck und Kreislauf, der eigene Körper wird wieder bewusst gespürt und man kann sich wieder bewegen.

 

Nachbehandlung:

Wenige Therapeuten bieten auch eine kostenlose Nachbehandlung an. Gegen einen kleinen Aufpreis kannst du oftmals auch eine CD erwerben, die zur Stabilisierung und Vertiefung für daheim dient. Der Vorteil der CD liegt in der unbegrenzten Nutzung.

 

 

Was es zu beachten gibt

Um die Erfolgsaussichten der Hypnose zur Raucherentwöhnung maßgeblich zu erhöhen, ist es ratsam die folgenden 4 Punkte zu beherzigen:

 

1. Motivation muss vorhanden sein

Die Entscheidung, dass man mit dem Rauchen aufhören möchte, kann jeder nur für sich selbst treffen. Der Therapeut kann dich auf deinem Weg zwar unterstützen, doch ohne die eigene Bereitschaft und Motivation wird der Wunsch auf ein rauchfreies Leben nicht gelingen können.

 

Mann informiert sich beim Therapeuten, ob man Nichtraucher durch Hypnose werden kann

2. Wahl des richtigen Therapeuten

Dieser Punkt ist sehr wichtig, da dort draußen auch viele schwarze Schafe herumlaufen.

 

Anbieter, die dir einen 100 prozentigen Erfolg garantieren, solltest du tunlichst meiden. Solche Versprechungen sind alles andere als professionell und höchst unseriös.

 

Setze auf kompetente Psychotherapeuten, die langjährige Erfahrung aufweisen können. Meist handelt es sich bei ihnen um Ärzte oder Psychologen, die bei einer Hypnosegesellschaft ihre Ausbildung gemacht haben. Achte darauf, ob sie ein Hypnose-Zertifikat aufweisen können und woher sie es bekommen haben.

 

Ich empfehle dir außerdem, einen Therapeuten zu suchen, der mehrere aufeinanderfolgende Sitzungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen anbietet. Studien zeigen nämlich, dass diese Methode langfristig gesehen den größten Erfolg mit sich bringt.

 

Manchmal werden auch Gruppentherapien angeboten, die aufgrund des Kontakts mit anderen Menschen sehr effektiv und unterstützend sein können. Meide hierbei Gruppen, die 30 Personen und mehr beinhalten.

 

3. Kosten und Zuschuss der Krankenkassen

Eine Hypnose ist mit 200-300€ pro Sitzung nicht gerade günstig und sollte gut überlegt sein. Wenn wir bedenken, dass meistens mehrere Sitzungen notwendig sind, können das auch schnell mal einige hundert Euro mehr sein.

 

Falls die Hypnose jedoch tatsächlich funktionieren sollte, würde sich der Preis rentieren, da man in einem Raucherleben wesentlich mehr Geld investiert. Falls dich die Hypnose reizt, kannst du auch bei den Krankenkassen nachfragen, ob diese einen Zuschuss gewähren.

 

4. Bei gewissen Erkrankungen ist eine Hypnose nicht zu empfehlen

Ausschlusskriterien einer Hypnose sind psychische Krankheiten wie beispielsweise Psychosen, Schizophrenie und Epilepsie. Während bei einer Psychose ein eventuelles Trauma hochkommen könnte, weiß man bei der Epilepsie nicht so recht, ob die Tiefenentspannung eine Art Anfall auslösen könnte. Wende dich bestenfalls an einen fachkundigen Arzt, falls bei dir eine psychische Erkrankung vorliegen sollte.

 

 

Erfolgsaussichten

Die Studienlage ist in Bezug auf die Hypnose zur Raucherentwöhnung leider sehr widersprüchlich.

 

Während einige davon sprechen, dass die Rückfallquote nach einer Behandlung deutlich verringert ist, sind andere der Auffassung, dass die Hypnose gegenüber anderen Methoden keinen nennenswerten Vorteil bietet.

 

Die Studien, die sich für die Wirkung aussprechen, zeigen auf, dass 3-6 Sitzungen über einen längeren Zeitraum den größten Erfolg garantieren. Überraschenderweise konnten sie auch aufzeigen, dass Männer tendenziell etwas besser auf die Hypnose ansprechen als Frauen.

 

Frau möchte mit der Hypnose das Rauchen aufhören und hat ihre erst SitzungOb eine Hypnose tatsächlich funktioniert oder nicht, hängt vor alledem vom Schweregrad der eigenen Sucht ab. Bedenke auch, dass der Trancezustand nicht von jedem Menschen gleichermaßen gut erreicht wird und in einigen Fällen auch gar nicht auftreten kann.

 

Experten sind sich einig, dass die alleinige Behandlung weitaus weniger Erfolg verspricht als die Hypnose in der Gruppe. Das größte Potenzial zeigt eine Kombination zwischen Hypnose und verhaltenstherapeutischer Behandlung.

 

 

Fazit - Kann man durch Hypnose Nichtraucher werden?

Das Ziel eines jeden Aufhörwilligen sollte sein, langfristigen Erfolg zu haben. Die Hypnose kann zwar zur Trennung alter Verhaltensmuster beitragen und das Verlangen nach einer Zigarette eindämmen, jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass es auch tatsächlich funktioniert und man fortan vor Rückfällen geschützt ist.

 

Diese Ungewissheit, gekoppelt mit dem sehr hohen Preis, schreckt viele Menschen davon ab, einen Therapeuten aufzusuchen und die Hypnose in Anspruch zu nehmen.

 

Gerade aus diesem Grund empfehle ich dir, auf andere Methoden wie beispielsweise bewährte Online Kurse oder ganzheitliche Seminare zurückzugreifen.

 

Die Chancen auf Erfolg sind hierbei weitaus höher, da du dich proaktiv mit deinem Suchtverhalten auseinandersetzt und bestimmte Strategien im Falle von Rauchergelüsten entwickelst.

© Nikotinfalle.de