Nikotinfalle

Raucherhusten - Der Vorbote schlimmer Krankheiten

Mann hat einen Raucherhusten

 

30-40% der mehrjährigen Raucher müssen ihn tagtäglich ertragen: Den lästigen Raucherhusten.

 

In der Regel wird dieses Warnsignal des Körpers nicht wirklich ernstgenommen. Ein gewaltiger Fehler, wie sich herausstellt!

 

Denn obwohl der Husten harmlos anmutet, kann er verheerenden Schaden anrichten.

 

 

Was ist genau ist das?

Ein Raucherhusten ist nichts anderes als die chronische Erkrankung der Bronchien. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten „produktiven Husten“, was einen Husten beschreibt, der mit zähem Auswurf und Schleim begleitet wird.

 

Um zu verstehen, weshalb Raucher mit dieser unschönen Erscheinung zu kämpfen haben, kann es sinnvoll sein, zu erfahren, welche Funktionen die Bronchien im Körper überhaupt erfüllen:

 

Die Bronchien sind die luftleitenden Anteile der Lunge. Sie befördern den eingeatmeten Sauerstoff in die Lungenbläschen, wo der lebensnotwendige Gasaustausch stattfindet.

 

Nach diesem Vorgang wird die verbrauchte Luft mit Kohlendioxid angereichert und wieder ausgeatmet. Nur dadurch ist es uns überhaupt möglich, zu atmen.

 

Damit dieser essenzielle Vorgang ohne Gefahr ablaufen kann und die Bronchien nicht verstopfen, sind sie stets darin bemüht, Fremdpartikel und Schadstoffe aus dem Körper hinaus zu befördern.

 

Um das auch effektiv bewerkstelligen zu können, gibt es die sogenannten Flimmerhärchen und die Bronchialschleimhaut. Letztere sorgt bei einer gesunden Person dafür, dass vermehrt Schleim gebildet wird, welcher Schmutz und Keime bindet.

 

Intakte Flimmerhärchen

Die Flimmerhärchen kannst du dir wie ein Förderband vorstellen, welches den Dreck in Richtung Rachenraum transportiert. In aller Regel vermischt er sich dort mit dem eigenen Speichel und wird letzten Endes heruntergeschluckt oder ausgespuckt.

 

Mit diesem Wissen ausgerüstet, widmen wir uns nun wieder dem Raucherhusten.

 

Folgende 3 Punkte sorgen für dessen Entstehung:

 

1. Das Reinigungssystem der Lunge wird maßgeblich geschädigt

Menschen, die regelmäßig den hochtoxischen Tabakrauch einatmen, tun ihren Bronchien alles andere als einen Gefallen.

 

Die Inhaltsstoffe der Zigarette führen dazu, dass die Flimmerhärchen starke Strukturschäden erleiden.

 

Dies wiederum sorgt dafür, dass sie ihre Funktion nicht mehr ordnungsgemäß ausführen können und der Schleim nicht mehr effektiv abtransportiert werden kann.

 

2. Die Bronchialschleimhaut entzündet sich

Sobald die Flimmerhärchen ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, entzündet sich die Bronchialschleimhaut und produziert mehr Schleim als gewöhnlich. Das tut sie deshalb, um Schadstoffe zu beseitigen und somit die Atemwege zu schützen.

 

3. Der Schleim reizt die Atemwege

Die Atemwege werden durch das schleimige Sekret gereizt, wodurch die betroffene Person gezwungenermaßen husten muss. Je größer die tatsächliche Schadstoffbelastung, desto zäher und dunkler ist auch der tatsächliche Schleimauswurf.

 

 

Symptome

Um den Raucherhusten eindeutig identifizieren zu können, gibt es 2 typische Symptome, die du problemlos erkennen kannst:

 

1. Beim Raucherhusten handelt es sich um einen chronischen Husten

Ein Raucherhusten kennzeichnet sich durch stark verschleimte Bronchien und den Auswurf von Sekret.

 

Je mehr der Reparaturmechanismus von den Bronchien beeinträchtigt ist, desto größer ist die Menge des ausgehusteten Sekrets, denn der Körper möchte sich von ihm tunlichst befreien.

 

Ebenso steigt die Häufigkeit der Hustenanfälle an, dem sogenannten Hustenreflex.

 

Bei einem Raucherhusten spricht man deshalb von „chronisch“, da er über einen langanhaltenden Zeitraum regelmäßig auftritt.

 

Die Farbe und die Menge des ausgehusteten Schleims ist zu Beginn weißlich und wird mit zunehmenden Schweregrad des Raucherhustens gerne auch mal bräunlich bis schwärzlich. Zudem wird die Konsistenz weitestgehend zäher.

 

2. Raucherhusten am Morgen

Ein weiteres Anzeichen ist der heftige Hustenanfall nach dem Aufstehen, gefolgt vom dunklen Schleimauswurf. Das ist alles andere als ein schöner Start in den Tag, trotz allem aber in sehr vielen Haushalten ein alltägliches Ritual.

 

Mann erleidet die typischen Raucherhusten-Symptome

Der Grund besteht darin, dass Raucher den Flimmerhärchen während des Tages nicht, beziehungsweise nur sehr eingeschränkt die Chance geben, ihre Aufgabe zu erfüllen. Ständig kommen sie mit dem giftigen Zigarettenrauch in Verbindung.

 

In der Nacht hingegen läuft der Reparaturmechanismus auf Hochtouren, woraufhin die Schleimbildung angeregt wird.

 

Das Tückische beim Raucherhusten ist der schleichende Prozess, der sich vollzieht. Es kann bei starken Rauchern bis zu mehreren Jahren dauern, ehe sich die ersten Symptome ankündigen.

 

Je weiter der zerstörerische Prozess voranschreitet, desto zäher und dunkler ist der Bronchialschleim.

 

Gerade weil dieser Vorgang so schleichend und langsam geschieht, arrangieren sich die meisten Raucher mit dieser unangenehmen Erscheinung.

 

 

Die gefährlichen Folgen

Wer also raucht, bringt seinen körpereigenen Selbstheilungsapparat durcheinander.

 

Traurigerweise wird das zugunsten der Zigarette meistens gerne in Kauf genommen. Was jedoch wie eine lästige Begleiterscheinung wirkt, kann immense Risiken nach sich ziehen.

 

Falls du das Warnsignal "Raucherhusten" getrost ignorierst, können die unten aufgelisteten Krankheiten die Folge sein:

 

1. Chronische Bronchitis

Ein Raucherhusten kann schneller zu einer chronischen Bronchitis führen, als du es momentan vielleicht für möglich hältst.

 

Dabei ist dieses Krankheitsbild klar definiert: Solltest du in 2 aufeinanderfolgenden Jahren über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten mit Raucherhusten zu kämpfen haben, so handelt es sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um eine chronische Bronchitis.

 

Bei Betroffenen ist die Bronchialschleimhaut chronisch entzündet.

 

Für Menschen, die dieses Krankheitsbild haben, stellt der morgendliche Husten schon ein kleines aber unangenehmes Ritual dar.

 

Chronischer Husten ist interessanterweise keine Seltenheit unter Rauchern, denn stolze 50% aller Raucher über 40 Jahren leiden darunter.

 

2. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Wer an einer chronischen Bronchitis erkrankt ist und getrost weiterraucht, der riskiert es, an einer sogenannten Raucherlunge (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zu erkranken.

 

Es handelt sich hierbei um eine der häufigsten Volkskrankheiten und geht mit einer deutlich verkürzten Lebenserwartung und einer verminderten Lebensqualität einher.

 

Spätestens bei der Diagnostizierung dieser Krankheit wird es brenzlig, denn falls die Raucherei nicht umgehend beendet wird, kann das Lungengewebe irreversible Schäden nehmen.

 

Des Weiteren können sich Lungenbläschen überdehnen und somit zerstört werden, wodurch die Atemleistung stark abnimmt.

 

Nicht selten führt dieses Phänomen zu starker Atemnot.

 

Während sich das zu Beginn meist nur bei körperlichen Belastungen wie beispielsweise Sport oder Spaziergängen bemerkbar macht, wird es im fortlaufenden Verlauf der Erkrankung auch im Ruhezustand immer ersichtlicher.

 

COPD ist eine typische Raucherkrankheit, die meist erst nach jahrzehntelangem Zigarettenkonsum eintritt. Lediglich 10% aller COPD-Patienten sind keine Raucher.

 

 

Raucherhusten loswerden – So geht’s!

Wer an einem Raucherhusten leidet, sollte alles daransetzen, ihn auch wieder loszuwerden. Oftmals stellt ein Raucherhusten den Vorboten einer chronischen Lungenerkrankung dar.

 

Medizinisch gesehen, handelt es sich beim Raucherhusten um ein Anzeichen und weniger um eine eigenständige Krankheit.

 

Um den Husten zu lindern gibt es mehrere Schritte, die du unternehmen kannst:

 

1. Arzt aufsuchen

Einen Arzt zu Rate zu ziehen, ist bei aufkommenden Hustenanfällen nie verkehrt. Er kann Aufschluss über den Schweregrad des Raucherhustens geben und somit feststellen, ob potenziell eine chronische Bronchitis oder COPD vorliegen könnte.

 

Solltest du starker Raucher sein und ohnehin schon vermuten, dass du unter diesen 2 Erkrankungen leidest, kann es auch Sinn machen, direkt einen Lungenfacharzt aufzusuchen.

 

Wie auch immer es um dich bestellt ist: Je früher du den Arzt aufsuchst, desto besser, da dieser eventuell notwendige Behandlungsschritte einleiten kann, um schlimmere Erkrankungen zu verhindern.

 

Patient möchte beim Arzt seinen Raucherhusten behandeln lassen

Unabhängig vom Raucherhusten kann es auch Sinn machen, sich einem Lungenfunktionstest zu unterziehen, um den Verlauf der inneren Bronchien- und Lungenschäden zu begutachten. Diese Tests werden in der Regel vom Lungenfacharzt durchgeführt und sollten von Rauchern einmal im Jahr gemacht werden.

 

2. Mit dem Rauchen aufhören

Wer sich vom Raucherhusten wirklich befreien möchte, der kommt um diesen Schritt nicht drum herum. Mit einem effektiven Rauchstopp packst du das wahre Problem an der Wurzel und schaffst die besten Bedingungen für eine effektive Regeneration.

 

Da du deine Flimmerhärchen nicht mehr mit dem giftigen Tabakrauch belastest, können sie sich endlich wieder erneuern und ihre Aufgabe ordnungsgemäß ausführen.

 

Dadurch werden sich auch langsam deine Entzündungen einstellen und die Schleimproduktion auf ein normales Niveau zurückgehen.

 

Das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen. Doch schon nach wenigen Wochen ohne Tabakkonsum lassen die Hustenanfälle und Verschleimung nach, wodurch dir das Abhusten wesentlich einfacher fallen wird.

 

Schon bald wird sich auch der Raucherhusten an sich einstellen beziehungsweise stark zurückgehen.

 

Bedenke Eines: Je früher du dich von der Nikotinsucht lösen kannst, desto eher beugst du der Entstehung von gravierenden Erkrankungen wie der chronischen Bronchitis und COPD vor. Selbst bei bestehender Erkrankung macht es Sinn, aufzuhören.

 

Solltest du schon eine chronische Bronchitis haben, sollten die Alarmglocken anspringen, denn es fehlt nur noch ein Schritt, bis zur COPD-Erkrankung, welche die Lunge irreversibel schädigt.

 

Du hast es in der Hand! Nimm die Warnzeichen deines Körpers wahr und komme ins Handeln. Mit dem Rauchen aufzuhören ist der mit Abstand beste Schritt, den man gehen kann, um seinen Zustand maßgeblich zu verbessern.

 

 

Unterstützende Maßnahmen

Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass die nachfolgenden Behandlungsschritte allenfalls als Unterstützung anzusehen sind, die den Raucherhusten erleichtern können. Eine langfristige Lösung für das eigentliche Problem sind sie nicht.

 

1. Richtiges Abhusten

Je größer die Schädigung, desto zäher und festsitzender ist die Verschleimung der Bronchien. Damit man den Schleim effizient aus den Atemwegen entfernt, kann eine richtig angewandte Hustentechnik sehr hilfreich sein. Folgende 2 Punkte solltest du beachten:

 

- Du solltest nicht zu stark husten, denn das kann den Atemwegen stark zusetzen.

 

- Mache es so:

 

  • Forme deine Hand zu einer Faust zusammen, in der innen ein Hohlraum besteht.

 

  • Lege ein Taschentuch auf die Öffnung und presse es ganz leicht in den Hohlraum hinein.

 

  • Positioniere deinen Mund an die Öffnung und blähe deine Wangen auf.

 

  • Deine Lippen müssen an Zeigefinger und Daumen so stark angepresst sein, dass keine Luft seitlich entweichen kann.

 

  • Mit den aufgeblähten Wangen und angepressten Lippen kannst du nun in das Taschentuch hineinhusten.

 

Mit Tee kann man zeitweise Raucherhusten loswerden

2. Einsatz von Hausmitteln

Es gibt unzählige Mittel, die dir helfen können, die Beschwerden des Raucherhustens zu lindern.

 

Dazu gehören beispielsweise: Eukalyptus, Efeu, Kamille, Salbei, Pfefferminz, Primel, Thymian und Spitzwegerich.

 

Du kannst dir mit diesen Kräutern einen Tee aufkochen oder als Aufguss inhalieren. Das Tolle an dem Einsatz dieser Kräuter ist, dass sie günstig zu erwerben sind, keine Nebenwirkungen haben und deine Atemwege frei machen.

 

 

Fazit

Noch immer wird der Raucherhusten fälschlicherweise als harmlose Begleiterscheinung des Tabakkonsums wahrgenommen. Sollte eine Person regelmäßigen Husten mit Auswurf haben, sollte das stark zu denken geben und als Warnsignal angesehen werden.

 

Der Raucherhusten ist nämlich ein Zeichen dafür, dass die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren beziehungsweise stark überlastet sind.

 

Ein Raucher sollte auch keine Hemmung haben zum Arzt zu gehen und sich einem jährlichen Lungencheck zu unterziehen. Nur so hat er Gewissheit darüber, inwieweit die Raucherei Schäden angerichtet hat und ob eine potenzielle Lungenerkrankung vorliegt.

 

Wer den Raucherhusten tatsächlich verbannen möchte, kommt um einen Rauchstopp nicht drum herum. Online-Programme, Bücher und Seminare können dich bei diesem Vorhaben tatkräftig unterstützen.

 

Zwar können auch unterstützende Maßnahmen ergriffen werden, um den Raucherhusten abzumildern, aber eine langfristige Lösung stellen sie nicht dar.