Nikotinfalle

Raucherlunge - Die weltweit 4. häufigste Todesursache

Auf dem Bild ist eine gesunde Lunge und eine ungesunde, schwärzliche Raucherlunge zu sehen

 

Bestimmt hast du schon einmal Bilder einer Raucherlunge auf einer Zigarettenschachtel gesehen.

 

Der Anblick dieses schwärzlichen und verschrumpelten Organs ist gewiss nicht schön.

 

Doch entspricht diese Darstellung wirklich der Realität oder wird es nur überspitzt dargestellt? 

 

 

Was ist eine Raucherlunge?

Von einer Raucherlunge ist dann die Rede, wenn die Gewebeschäden an der Lunge schon optisch zu erfassen sind. Sie ist dann dunkel verfärbt und auch innen stark beschädigt.

 

Mediziner sprechen gemeinhin von einer sogenannten COPD-Erkrankung (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), die insgesamt 4 Stadien umfasst.

 

Während rund 5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer Raucherlunge leiden, sind die Betroffenen meist mindestens 45 Jahre alt.

 

Kunstbild, bei der die Lunge aus reinem Tabakrauch besteht

Der umgangssprachliche Name „Raucherlunge“ ist nicht ganz unbegründet, denn stolze 90% aller Erkrankten sind Raucher. Die restlichen 10% sind starker Umweltbelastung oder dem Inhalieren von Giftstoffen geschuldet.

 

Wie realistisch sind die Schockbilder auf Zigarettenschachteln wirklich?

 

Die Bilder repräsentieren nicht die durchschnittliche Lunge eines Rauchers, sondern zeigen vielmehr ein weit fortgeschrittenes Stadium der COPD-Erkrankung. Oftmals ist die Lunge zusätzlich von Krebs befallen.

 

Der Grund für die starke Verfärbung ist größtenteils dem Teer im Zigarettenrauch zuzuschreiben.

 

Dieser Stoff setzt sich nämlich im Lungengewebe ab und verklebt dessen Oberfläche, wodurch die Schadstoffe nicht mehr ganz so effektiv über die Atmung ausgestoßen werden können.

 

Normalerweise ist der menschliche Organismus sehr wohl in der Lage, diesen Stoff abzubauen, jedoch stoßt auch er beim übermäßigen Zigarettenkonsum auf seine Grenzen.

 

Ein Raucher, der durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag konsumiert, führt sich jährlich eine ganze Tasse mit reinem Teer zu.

 

In der anfänglichen Raucherzeit wird die Lunge allmählich grau und es sind schwarze punktförmige Einlagerungen zu sehen, was man auch gemeinhin als Anthrakose bezeichnet.

 

Je mehr und intensiver geraucht wird, desto schneller verfärbt sich das Organ.

 

Eine Raucherlunge geht mit der Erkrankung der Atemwege einher.

 

In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine Kombination aus chronischer Bronchitis und der Verengung der Bronchien, wodurch Betroffene mit chronischem Husten, schleimigen Auswurf und Atemnot zu kämpfen haben.

 

Die Schäden, die die Lunge und Bronchien erlitten haben, können zwar aufgehalten, jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Reinigen kann man sie also nicht.

 

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich bei der COPD-Erkrankung um die weltweit 4. häufigste Todesursache. Experten gehen sogar stark davon aus, dass sie bis zum Jahre 2030 den 3. Platz belegen wird.

 

 

Ursachen

Der regelmäßige und häufige Tabakkonsum ist der Risikofaktor Nr.1.

 

Ein Raucher führt sich mehrmals täglich giftigen Zigarettenrauch zu, der dem Körper stark zusetzt.

 

Er zerstört die feinen Flimmerhärchen auf den Bronchien, die für den Abtransport von Schmutz und Keimen zuständig sind. Das wiederum führt zu dauerhaften Entzündungen der Bronchien, was die Selbstreinigungsfunktion zunichtemacht.

 

Aufklärendes Bild, was die Verengung der Atemwege veranschaulicht

Durch die Verengung der Atemwege ist die Atmungsfunktion stark eingeschränkt, was nicht selten zu Kurzatmigkeit und Atemnot führt.

 

Neben diesem schrecklichen Szenario können auch Strukturschäden an den Lungenbläschen, den sogenannten Alveolen, entstehen. Diese befinden sich an den Endpunkten der Atemwege und sind für den Gasaustausch zuständig.

 

Ihre Funktion besteht weitestgehend darin, Sauerstoff ins Blut abzugeben und verbrauchte Luft via Kontraktion der Lunge hinauszubefördern.

 

Diese Schäden der Alveolen, welche in der Medizin übrigens auch als „Lungenemphysem“ bezeichnet werden, tragen maßgeblich dazu bei, dass die Alveolen in ihrer Funktion gestört sind.

 

Betroffene können nicht mehr richtig ausatmen, was zu einem hohen Druck führt. Die Folge: Die Lungenbläschen überblähen, werden funktionslos und greifen letztlich die Fasern der Lunge an.

 

Im allerschlimmsten Fall verschmelzen 2 nebeneinander liegende Alveolen miteinander, wodurch sogenannte Emphysemblasen gebildet werden können.

 

Das schränkt den Gasaustausch beziehungsweise die Atmung nicht nur erheblich ein, sondern erhöht auch die Gefahr, dass sie mit der Zeit einreißen.

 

 

Symptome

 

Raucherhusten

Das Hauptsymptom der COPD-Erkrankung stellt der Raucherhusten dar, welcher vor allem morgens auftritt.

 

Anhand des Auswurfs kann man einige Rückschlüsse auf den eigenen Gesundheitszustand ziehen.

 

Ist der ausgehustete Schleim dunkel, zäh und schleimig, so handelt es sich um eine starke Belastung mit Schadstoffen, die der Körper mit der Zeit angesammelt hat. Das können Keime, Schmutz aber auch Giftstoffe aus der Zigarette sein.

 

Bei einer Gelbfärbung und Zunahme der Schleimmenge liegt es nahe, dass man sich eine bakterielle Infektion zugezogen hat.

 

Sollte der Auswurf trockener ausfallen und Blut zu sehen sein, könnten die Lungenbläschen und das restliche Lungengewebe womöglich erheblichen Schaden erlitten haben.

 

Frau fasst sich an die obere Brust, da Symptome einer COPD-Erkrankung auftreten

Kurzatmigkeit

Ein weit verbreitetes Symptom ist die Kurzatmigkeit, die besonders bei körperlicher Belastung auftritt. Dies ist darin begründet, dass durch die entzündlichen Prozesse in den Bronchien der Sauerstofftransport äußerst eingeschränkt ist.

 

Atemnot

Bei fortgeschrittener Raucherlunge kann auch Atemnot hinzukommen.

 

Das Ausatmen wird immer schwieriger und es entwickelt sich das Gefühl in manchen Situationen zu ersticken. Einige Betroffene berichten davon, es würde sich so anfühlen, als würde man durch einen Strohhalm atmen.

 

Atemnot und Kurzatmigkeit werden unter Fachleuten auch als Stenoseatmung bezeichnet.

 

Während sich diese Symptome zunächst nur bei körperlicher Aktivität bemerkbar machen, treten sie mit Verschlimmerung des Gesundheitszustands auch gerne mal im Ruhezustand auf.

 

Zyanose

Zyanose ist ein sehr fortgeschrittenes Symptom einer COPD. Hierbei färben sich die Enden der Gliedmaße und Lippen blau. Die Funktion der Lunge ist ab diesem Zeitpunkt schon so sehr geschädigt, dass das Blut nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt wird.

 

Des Weiteren wölben sich manchmal auch die Finger- sowie Fußnägel.

 

 

Folgen

Die Folgen einer Raucherlunge sind sehr vielfältig. Wer an dieser Erkrankung leidet, hat bereits ein irreparabel geschädigtes Organ und muss mit den folgenden Punkten rechnen:

 

Verringerte Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Patienten mit COPD hängt stark davon ab, wie sehr die Atemwege verengt sind. Dabei gilt: Umso stärker die Verengung, desto schlechter die Aussichten.

 

Sollten nach der Diagnose keine weiteren Maßnahmen eingeleitet werden, stirbt der Patient statistisch gesehen etwa 8 – 10 Jahre früher.

 

Diverse Folgeerkrankungen

  • Eine erhöhte Belastung bei Bewegung führt zu Stress. Dies wiederum kann einen erhöhten Blutdruck, Fetteinlagerungen und Verstimmungen hervorrufen. Sollte eine körperliche Betätigung nicht mehr möglich sein, können zudem Verdauungsprobleme und eine Gewichtszunahme auftreten.

 

Mann fasst sich an die Brust (Herz)

  • Dadurch, dass die Organe nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, können Herz-Kreislauf-Probleme auftreten. Im schlimmsten Fall sogar ein Herzstillstand. Eine verschlechterte Sauerstoffzufuhr kann außerdem zu Beeinträchtigungen der Muskeln und zu Nierenversagen führen.

 

  • Durch die Zerstörung des körpereigenen Selbstheilungsmechanismus ist der Betroffene weitaus krankheitsanfälliger.

 

  • Bei stark geschwächten beziehungsweise vorgeschädigten Organen ist eine Krebserkrankung keine Seltenheit.

 

Starke Atemprobleme

Bei fortschreitenden Schweregrad der Raucherlunge sind die Alveolen den Schadstoffen schutzlos ausgeliefert und werden mit der Zeit zerstört. Spätestens dann sind die Atemprobleme so schlimm, dass Sauerstoff künstlich hinzugegeben werden muss.

 

COPD-Erkrankte berichten häufig von kurzfristigen Aussetzern der Atmung. Dieses Szenario, welches meist in der Nacht auftritt, ist zwar meist ohne direkte Folgen verbunden, kann jedoch das Herz auf Dauer schädigen.

 

Meist bleibt es bei der kurzen Panikattacke, doch es sind auch durchaus Berichte bekannt, in denen Betroffene im Schlaf erstickt sind.

 

 

Diagnose einer COPD

Je früher die Raucherlunge erkannt werden kann, desto besser stehen die Chancen, dass sich das Lungengewebe erholt. Ebenso kann eine frühe Diagnose das Überblähen der Lungenbläschen vorbeugen.

 

Wenn du den Verdacht hast, erkrankt zu sein, solltest du unbedingt einen guten Arzt konsultieren. Dieser kann diverse Strukturschäden feststellen und dir Ratschläge an die Hand geben, mit welchen Mitteln du deinen Zustand verbessern kannst.

 

Mit folgenden 3 Methoden kann der Arzt das Ausmaß der Erkrankung messen:

 

1. Anamnese

Die Anamnese (Vorgeschichte einer Krankheit) ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Hier erzählst du dem Arzt alles über deine Begleiterscheinungen wie Atemnot, Husten und Schleimauswurf.

 

Wie stark sind die Symptome ausgeprägt? Wie lange treten diese Erscheinungen auf? Hat der Schweregrad mit der Zeit zugenommen?

 

Dadurch lassen sich schon erste Anzeichen einer COPD feststellen. Wichtig ist, dass man bei der Anamnese zu 100% ehrlich ist, um die Diagnose nicht zu verfälschen beziehungsweise zu erschweren.

 

Arzt hört beim Patienten die Lunge mit einem Stethoskop ab, ehe er eine passende Therapie einleitet

2. Lungenfunktionsprüfung

Nach dem Gespräch wird die Lunge mit einem Stethoskop abgehört und eine Klopfschalluntersuchung durchgeführt.

 

Bei Letzterem wird geprüft, ob eine Sauerstoffunterversorgung vorliegt. Es wird aber auch nach Wassereinlagerungen gesucht, die auf eine Herzschwäche hindeuten könnten.

 

Eine Klopfschalluntersuchung gibt somit erste Hinweise, ob ein Lungenemphysem, Atemwegsverengungen, Herzprobleme oder eine Bronchitis vorliegen.

 

Nach diesem Schritt folgt dann die eigentliche Lungenfunktionsprüfung, welche gemeinhin aus 2 Teilen besteht: Der Spirometrie und der Bodyplethysmographie.

 

Mithilfe eines Spirometers wird die Luftgeschwindigkeit, dem sogenannten Flow, und die ausgeatmete Luftmenge (Atemvolumen) ermittelt.

 

Die entstehenden Werte zeigen dem Arzt schlussendlich, ob ein durchschnittliches Atemmuster vorliegt oder ob Abweichungen bestehen, wodurch wiederum Rückschlüsse auf Atemwegserkrankungen gezogen werden können.

 

3. Blutgasanalyse

Bei der Blutgasanalyse wird der Kohlendioxid-Partialdruck, Sauerstoff-Partialdruck und der Säure-Basen-Haushalt vom Blut gemessen.

 

Dadurch sieht man, ob die Lunge ausreichend Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid abgeben kann oder nicht.

 

Falls sie dazu nicht mehr in der Lage sein sollte, spricht man von einer sogenannten respiratorischen Insuffizienz.

 

In solch einem Fall ist die Raucherlunge schon weit fortgeschritten, was nicht selten eine Beatmungstherapie erforderlich macht.

 

 

Anmerkung:

Falls nach diesen 3 Methoden trotz alledem diagnostische Unsicherheiten vorherrschen sollten, kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz: Röntgenbild der Lunge, EKG und eine Computertomografie.

 

Wenn eine Herzerkrankung im Verdacht steht, wird zudem eine Herz-Ultraschalluntersuchung angestellt.

 

 

Maßnahmen

Es gibt zwar keine Maßnahmen, die COPD heilen können, jedoch kannst du mit der passenden Behandlung das Fortschreiten abschwächen oder sogar komplett aufhalten.

 

Ziel ist es, dass du deine körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität steigerst, Symptome linderst und einer Verschlechterung vorbeugst.

 

Mit den nachfolgenden Maßnahmen, die der sogenannten COPD-Therapie zugeordnet werden, wirst du deinen Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können:

 

Raucherlunge im Allgemeinen

 

Rauchstopp angehen und Passivrauchen meiden

Wie ich bereits erwähnt habe, ist das Rauchen Risikofaktor Nr. 1 für eine COPD-Erkrankung.

 

Der Entschluss, das Rauchen für alle Zeit hinter sich zu lassen, ist die mit Abstand wichtigste Maßnahme, um das Schlimmste zu verhindern. (Dabei beschränken sich die Vorteile eines Rauchstopps nicht nur auf die Atemwegsgesundheit.)

 

Frau hat eine Zigarette zerbrochen und will sich endlich vom Gift reinigen

Studien haben ergeben, dass sich nach einem Rauchstopp die Lungenfunktion wieder stabilisiert und das Ausmaß des Hustens und Auswurfs stark abnimmt. Ebenso geht die Raucherentwöhnung mit einer höheren Lebenserwartung einher.

 

Des Weiteren solltest du dich nicht in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird. Gerade Erkrankte sollten das Passivrauchen meiden.

 

Schulungen

Wer an einer Raucherlunge erkrankt ist, sollte den Rat von Ärzten annehmen und an COPD-Schulungen teilnehmen.

 

Du eignest dir dort ein umfangreiches Wissen über das Krankheitsbild an und lernst nützliche Inhalations- und Atemtechniken. Ebenso lernst du, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu erkennen und damit richtig umzugehen.

 

COPD-Schulungen werden von vielen Krankenkassen angeboten, weswegen es sich lohnen könnte, dort einmal vorbeizuschauen.

 

Medikamente

COPD-Betroffenen steht eine große Bandbreite an Medikamenten zur Verfügung, die Symptome abschwächen und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern können.

 

Hier einige Beispiele:

 

Bronchodilatatoren

Diese Medikamente kommen bei Patienten relativ häufig zum Einsatz. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Beta-2-Sympathomimetika, Theophyllin, Tiotropium und Anticholinergika.

 

Diese erweitern die Bronchien, wodurch die Atemnot sowohl nachts als auch tagsüber stark abnimmt und Entzündungen abschwellen.

 

Es gibt Bronchodilatatoren mit kurzer und lang wirksamer Wirkung, wobei Letzteres weitaus häufiger verwendet wird. Hierbei beschränkt sich die tägliche Einnahme auf 1-2 Mal.

 

Kortison

Auch Kortison findet bei COPD-Erkrankten Verwendung. Dieser Wirkstoff verhindert akute Verschlimmerungen, allen voran das Fortschreiten der Atemwegsentzündungen.

 

Mukolytica

Dieses schleimlösende Medikament kommt nur dann zum Einsatz, wenn sehr große Mengen Schleim produziert und infolgedessen bakterielle Infektionen davongetragen werden.

 

 

Anmerkung:

Neben der oralen Einnahme gibt es noch die Möglichkeit, Inhalationssysteme zu nutzen. Der glasklare Vorteil hierbei: Medikamente gelangen sehr tief in die erkrankten Lungenabschnitte und entfalten dort ihre Wirkung.

 

Kleiner Tipp:

Du kannst auch Salzlösungen inhalieren. Das hilft dabei, den Schleim effizient auszuhusten.

 

Körperliches Training

Mit dem Fortschreiten der Raucherlunge nimmt das Ausmaß der Atemnot immer weiter zu. Der Gedanke, sich zu bewegen, rückt dabei leider immer weiter in die Ferne.

 

Was dann passiert, ist alles andere als positiv: Die Muskulatur baut sich nach und nach ab und die körperliche Belastbarkeit wird immer geringer.

 

Dadurch wird man immer immobiler und kann seine sozialen Kontakte nur bedingt pflegen. Die Folge: Verringerte Lebensqualität und Depressionsanfälle.

 

Mann läuft durch den Park, um seine körpereigene Regeneration zu fördern

Das muss nicht sein. Auch wenn es schwer werden wird: Um dem Muskel- und Belastbarkeitsabbau entgegenzuwirken, ist Bewegung essenziell.

 

In Reha-Kliniken werden sogenannte Rehabilitationsprogramme angeboten, bei denen Ausdauer- und Kraftsport ein wesentlicher Bestandteil sind.

 

Du wirst dort bestimmte Übungen kennenlernen, die deine Atemmuskulatur stärken und dich somit wieder leichter Atmen lassen.

 

Ernährung

Erkrankte sollten, wenn es um ihr alltägliches Essen geht, großen Wert auf die Qualität legen. Das ausreichende Trinken von Wasser und eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen und gesunden Lebensmitteln sind hierbei ein absolutes Muss.

 

Auf diese Weise schaffst du die besten Voraussetzungen, das Immunsystem zu unterstützen und dich von der Raucherlunge regenerieren zu können.

 

Wie viel ein Patient genau essen sollte, ist von Person zu Person verschieden und sollte unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden. Während manche COPD-Erkrankte erbarmungslos zunehmen, gibt es auch jene, die ungewollt abnehmen.

 

Das liegt vor allem an dem individuellen Krankheitsverlauf und der psychischen Verfassung.

 

Menschen, die mehrmals am Tag starke Atemnot verspüren, haben oftmals nicht das Bedürfnis, ausreichende Mengen Nahrung zu sich zu nehmen.

 

Eine Gewichtszunahme hingegen ist oftmals ein Zeichen für eine mangelnde Funktion des Herzens. Eine unzureichende Herzfunktion führt nämlich dazu, dass sich das Blut staut und Wasser ins Gewebe eingelagert wird.

 

Atemtherapie

Bei der Atemtherapie lernt der Betroffene, schwere Atmung mit Atemtechniken zu erleichtern und Schleim effektiver abzuhusten. Nicht nur wirst du dadurch die Belüftung der Lunge verbessern können, sondern beugst auch Atemwegsinfektionen vor.

 

Hier sind 2 bekannte Atemübungen zum Ausprobieren:

 

Lippenbremse

Schließe deine Lippen und blähe deine Wangen etwas auf. Atme nun so langsam wie es geht gegen den Druck der verschlossenen Lippen aus.

 

Die Übung führt dazu, dass dein Atemstrom abgebremst wird, die Bronchien geöffnet bleiben und der Druck in der Lunge erhöht wird.

 

Kutschersitz

Setze dich auf einen Stuhl und stütze deine Arme auf deine Oberschenkel oder Tischplatte ab. Nun schließe die Augen und atme ruhig und gleichmäßig.

 

Mit dieser Übung werden erhöhte Widerstände in den Atemwegen reduziert und die Funktion der Atemhilfsmuskulatur unterstützt.

 

COPD im fortgeschrittenen Stadium

 

Sauerstoff-Therapie

Wer sich in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, kann aufgrund einer geschädigten Lunge unter Umständen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen.

 

In einem solchen Fall macht eine Sauerstoff-Therapie Sinn. Hierbei wird Sauerstoff via Sauerstoffflaschen inhaliert, wodurch sich die Sauerstoffkonzentration im Blut stabilisiert und die Atemnot abnimmt.

 

Mann schaut sich mit Ärztin das Röntgenbild einer Raucherlunge an

Operation

Menschen im fortgeschrittenen Stadium, die weder auf Medikamente oder auf die anderen Maßnahmen anspringen, haben oftmals nur noch eine Auswahlmöglichkeit: Der operative Eingriff. Hier gibt es grundlegend 3 Arten, die in Betracht gezogen werden:

 

Bullektomie

Bei der Bullektomie werden Lungenbläschen entfernt, die nicht mehr funktionieren. Das macht vor allem dann Sinn, wenn diese 30 Prozent oder mehr vom Lungenflügel einnehmen.

 

Menschen, die sich dieser Operation unterzogen haben, berichten nicht selten von einer Verbesserung der Lungenfunktion und Erleichterung der Atmung.

 

Lungentransplantation

In Deutschland finden jährlich 60 Lungentransplantationen statt, wobei die COPD den häufigsten Grund dafür darstellt. Wenn alle anderen Maßnahmen nichts mehr bringen, ist diese Form der Operation meist der letzte Ausweg, um die Lebensqualität zu verbessern.

 

Patienten müssen im Durchschnitt 2 Jahre warten, ehe ein Spenderorgan zur Verfügung steht.

 

Lungenvolumen-Reduktion

Hierbei handelt es sich um einen operativen Eingriff, welcher nur bei einer bestimmten Art des Lungenemphysems Verwendung findet.

 

Es werden dabei Lungenventile in die Atemwege eingesetzt, die sich beim Ausatmen öffnen und beim Einatmen verschließen.

 

Das reduziert nicht nur das Vorkommen von Lungenüberblähungen, sondern verbessert auch die Lungenfunktion und erleichtert die Atmung.

 

 

Fazit

Die Raucherlunge ist eine schreckliche, nicht heilbare Krankheit, die jährlich über 3 Millionen Menschenleben auf der ganzen Welt fordert.

 

Dabei stellt das Rauchen von Tabakprodukten die Hauptursache dar.

 

Nichts auf der Welt ist es wert an Atemnot, Kurzatmigkeit und einer verringerten Lebensqualität zu leiden. Erst recht nicht ein teurer, stinkender Glimmstängel.

 

Egal ob du die Angst in dir trägst, an einer Raucherlunge zu erkranken oder bereits erkrankt bist: Ein Rauchstopp lohnt sich zu jeder Zeit.

 

Solltest du momentan Schwierigkeiten haben, aus der Tabaksucht zu fliehen, kann ich dir unser Nichtraucherprogramm nur wärmstens ans Herz legen.

 

Wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, mit der du nicht nur rauchfrei wirst, sondern auch die Gewissheit hast, es auf alle Ewigkeit zu bleiben.